Kessel selber bauen

Bitte tragt Eure Fahrbetriebs-/ und Veranstaltungs-Termine 2020 im Kalender ein.
  • Hallo Uli/Dampfwilli


    alltägliche Bilder sind das wirklich nicht und ich mach auch noch ein Bild wenn alle Rohre draussen sind sodass man schon die Feuerbüchse komplett anschauen kann.Ich werde es so halten das ich neue Rohre von einem Schweisser reinschweissen lasse sofern und drückt mir da die Daumen die Feuerbüchse und Langkessel OK sind.Auch Waschluken werden im Falle des OK's zusätzlich zu den 2 vorhandenen noch eingelötet oder einschweisst.Das der Kessel an der Feuerbüchse noch nicht durch ist hat er guter Pflege mit regelmäßigem Trockenlegen und Entschlammen und Auswaschen zu verdanken und das werde ich im Falle einer Wiederinbetriebnahme ebenfalls gerne machen um den Kessel noch möglichst lange in Betrieb zu haben.Eins ist mir auch klar.Ewig hält er auch nicht. Einschweissen ist eigentlich auch in der Feuerbüchse kein Problem wenn man ein WIG Schlauchpacket mit kleiner WIG Halter und Düse nimmt.Einwalzen von Kupferrohren was ich mir zuerst erhofft habe entfällt.Die Feuerbüchsseitige Wadung ist so ca.6mm und die Rauchkammerseitige ebenfalls.Ich denke das der Kessel von der Festigkeit auch auf letzteres nicht ausgelegt ist.


    Schweisen kann ich selber zwar auch gut und ich wurde mir das auch zutraun aber ich habe wegen der neuen Richtlinen ein wenig Angst wenngleich bei einem Ris im Rohrbereich kaum was passieren dürfte da da nur Intern Dampf austritt und das Feuer sowieso gleich mit löscht.


    Uli Ich habe den Bau Deiner 64er schon fast von Anfang mitverfolgt und muss sagen Hut ab.Hast D eigentlich Schweiser gelernt?Ich denke mal das es so wie bei mir ist.In der Lehrzeit und auch im Betrieb hab ich schon viel geschweisst aber immer nur Sicherheitsunrelevante Teile.


    Grüße


    Marco


    der morgen Abend die Rohre vollends ausbohren möchte.

  • Marco
    Deine Frage ob ich geprüfter Schweißer bin, muss ich leider mit nein beantworten. Ich bin allerdings gelernter Industriemechaniker und habe somit viele hundert Stunden Schweißerfahrung an nicht sicherheitsrelevanten Teilen. Bei der Herstellung von Kesseln in unserer Größe muß man auch nach der neuen EU Richtlinie zum Kesselbau noch kein geprüfter Schweißer sein (auch wenn es von Vorteil wäre).


    Gruß Uli

  • Hallo Uli


    dann bin ich in der gleichen Lage wie Du:
    Ich habe Maschinenbaumechaniker gelernt und auch im Betrieb einiges geschweisst.Vorallem Sortierkessel (hat nichts mit Dampfkessel zu tun) für die Fördertechnik und Schutzkäfige für Maschinen.
    Und zudem im ersten Lehrjahr praktischen Schweissunterricht mit benotung der" Schweisswerke".


    Das macht mir Mut auch selber an einen Kessel zu gehen.


    Grüße


    Marco

  • Hallo Marco und Dampffreunde,
    bis jetzt habe ich alle meine Kessel selbergebaut. Den von meiner 80er hat ein Bekannter geschweißt. Nach der neuen Dampfkesselverordnung oder wie die Richtlinie genau heißt, wird doch der Hersteller in die Pflicht genommen. Der TÜV bescheinigt doch nur, das am Tag der Prüfung der Kessel dicht war. Wenn zwei Tage später etwas passiert hat er schon eine Aussrede. Wenn man sich mal die Dimensionen der Materialien anschaut die wir einsetzen brauch man sich doch keine sorgen machen. Bei Kupfer so um die 3-4mm und bei Stahl 4-6mm.
    Schau ich mir die von der Industrie hersgestellten Kessel an wird das Material schon dünner. Bei meinem Kompressor, mit serienmäßigen 10 Bar sind es bei dem 25 Liter Behälter vielleicht 2-3mm. Bei Gaskartuschen mit Mischgas (Butan/Propan) sind es vielleicht gerade mal 0,5-0,8mm und 10 Bar sind auch kein Problem. Bei unseren Kesseln ist es vielmehr die Angst vorm Dampf und Feuer. Elementare Naturgewalten - instinkmäßige Überlebensweisheiten. Solange es kein offenes Feuer und Hitze oder Wasserdampf ist, werden die Behälter so hingenommen wie sie sind. Keiner macht sich einen Kopf, aber sobald es heiß wird, grübelt man ob das alles so hält. Meine Meinung ist, wenn die Kessel wie man sie bei uns an den Dampfloks kenntweiter so stabil baut und Neulingen mit gutem Beispiel vorausgeht und Hilfestellungen gibt, braucht man keinen TÜV oder selbsternannte Sachverständige. Zumal es schon im eigenen Interesse liegt die Kessel sorgfälltig zu bauen. Man sitzt ja mit der eigenen Nase dahinter. Wenn professionelle Hersteller ihre Arbeiten vom TÜV begutachten lassen ist das Schon in Ordnung. Hier geht es auch um Garantieansprüche und nicht jeder der einen fertigen Kessel kauft, kann damit sach und fachgerecht umgehen.
    Aber die Leute die ihre Kessel selberbauen, beschäftigen sich viel intensiver mit der Materie und wissen worauf es ankommt.
    Ich muß nur zum Schluß noch erwähnen, das ich für die Kessel in 5 und 7 1/4 schreibe.
    So und nun wieder ab in den Bastelkeller.
    Viele Grüße
    Wolfgang

  • Auch eine Meinung. Es muss sich halt jeder darüber im klaren sein, dass wir bisher Glück hatten und nichts passiert ist. Ein grösserer Unfall, und das Hobby ist tot!! Leider ist es ja so, dass mit zunehmendem Interesse am Dampfhobby eben auch Leute dazukommen, die eben nicht so vorsichtig und kenntnisreich sind. Ich habe das mehrfach bei Sportarten erlebt, die irgendwann plötzlich Mode wurden, eine Ausbildung (z.B. im Verein) fand nicht mehr statt und eine Minderheit hat es dann so weit gebracht, dass viele Andere das Hobby nicht mehr ausüben können, weil eben dann Verbote ausgesprochen wurden.
    Ich bin absolut gegen eine totale Durchreglementierung von Allem, aber auch das Dampfhobby wird irgendwann den Bach runter gehen, wenn nicht die Dampfler selber für einen hohen Sicherheitsstandart sorgen (Wobei ich Kesselwärterlehrgänge in der derzeitigen Form für nicht unbedingt das beste Mittel halte). Klappt ja in England und Frankreich auch. In USA ist schon wieder eine sehr starke Eingriffnahme durch den Staat zu verzeichnen und vor allem das Problem der Versicherung äusserst schwierig. Und eine Haftpflichtversicherung sollte halt jeder haben, auch wenn nichts passiert. Aber wehe wenn!
    Das ist allerdings wieder einmal eine meiner berüchtigten persönlichen Meinungen.

    Grüsse aus dem Elsass vom
    dampfwilli


    Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens.

  • Hallo Dampfwilli und Ihr anderen,


    auch ich stimme dem vorangeschriebenen weitgehend zu. Nur will ich bewusst und gewollt nicht von Glück reden, sondern eine andere Definition verwenden: alle haben sich bisher an die gegebenen Regeln gehalten! Weil akribisch danach gebaut oder nach anderen Erfahrungswerten, Formeln oder sonstwas zufällig so gebaut, daß nichts passiert ist. Da wäre dann evtl. auch etwas Glück im Spiel. Aber spätestens bei der Druckprobe wäre (oder ist) die Schwachstelle denn ausgesondert worden.
    Wann immer ich mit dem Bau meines Kessels beginnen werde, werde ich mir die aktuellen Richtlinien besorgen (wie immer die dann aussehen). Es handelt sich ja im Grunde um Unfallverhütungsvorschriften, und derartige Vorschriften sind mit Blut geschrieben! Wir wollen schließlich alle verhindern, daß unseres dazukommt! Sehen wir es doch so, wie es ist: diese Vorschriften ärgern uns zwar, weil wir sie zum einen nicht (oder nur schwer) nachvollziehen können und sie zum anderen unseren Bauwillen einschränken. Aber es handelt sich schließlich um Vorschriften, um uns und unsere Mitmenschen vor Schaden zu bewahren.
    Und um die rechtliche Handhabe zu bekommen, den schwarzen Schafen auf die Finger zu klopfen.
    Also werde ich mich da dann mal einarbeiten, um nicht als solches zu enden.


    Grüße vom Winfried
    (werde ich jetzt auch berüchtigt?)

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

  • Hallo Ihr Alle,
    wir modellbauer füllen eigentlich immer sogenannte Nischen aus. In anderen Modellbaubereichen ist es genau so. Sobald ich etwas nachbaue, muß ich mich an Richtwerte halten. Entweder Erfahrungswerte oder gesetzliche Richtlinien oder beides. Ich kann ja auch nicht einfach eine Pistole, Kanone oder Gewehr als funktionierendes Modell bauen und glauben das ist richtig so.
    Bei Dampfkesseln ist es halt so, das man sich an Baumuster oder Beispielen orientiert. Bei den Kessel die ich bis jetzt gesehen habe, war bei den Eisenbahner keiner dabei die ich nicht selber benutzt hätte.
    Bei den stationären Anlagen sieht das schon anders aus, da hab ich schonmal Bedenken gehabt und trotzdem haben die Kessel gehalten.
    Man nehme einen Wilesco-Kessel 3 Bar und 0,5 Messingblech und Weichgelötet. Das ganze auch noch kommerziell, was sagen denn hier die Spezialisten? Gegenbeispiel Zimmermannkessel soll (Gerücht?) in Japan angeblich 200 Bar ausgehalten haben. Viele Diskussionen bringen eigentlich nichts, schöner wäre wenn wir hier im Forum näher beschreiben würden wie jeder seinen Kessel gebaut hat und vielleicht sogar noch Unterlagen bereitstellt. Bisher habe ich nur theoretisches und Neulinge verunsicherndes gelesen. Handfeste Beschreibungen und Kessel die funktionieren wären hilfreich.
    Bin da nach allen Seiten offen und helfe gerne.
    Gruß
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang, Kesselbauer,


    wahre Worte, gelassen ausgesprochen.


    Ich denke mal nicht, daß hier der Neuling verunsichrt werden soll, nur ist der Kessel nun mal das wichtigste, komplizierteste und mit Abstand auch das am schwierigsten zu bauende Teil eine Dampflokomotive.


    Bis auf den Kessel der Dampflok sind alle Teile in der Regel verschraubt oder vernietet. Zumindest lassen sich diese Teile wenn manch mal auch mit einigem Aufwand zerlegen, so daß Korrekturen auch später noch durchgeführt werden können. Bei einem Kessel geht das i.d.R. nicht, daher muß hier alles beim ersten Mal sitzen. Egal ob Hartlöten oder Schweißen, ist hier ein Fehler unterlaufen ist diese nur in Einzelfällen zu beheben. In den meisten Fällen ist der (Kessel-) Versuch dan ein Fall für den Altmetallhändler. Ich würde, wenn mir die Erfahrung im Kesselbau fehlt, zumindest das Verlöten/schweissen von einem Fahmann durchführen lassen, und auch heute finden sich noch Handwerks- oder Industriebetriebe die für eine entsprechende Entlohnung diese Arbeiten Professionell ausführen. Evtl. läßt sich auf dem Bedienwagen ja z.B. ein Hinweis auf die Firma anbringen.


    Vorsichtig wäre ich nur, wenn ich diesen Kessel gewerblich betreiben will (Fahren gegen Geld), da sicher nicht jede Firma auf so einen Kessel die Garantie übernehmen will, Hier würde ich dann auf einen komplett gefertigten Kessel zurückgreifen, der über entsprechende Zertifikate und Druckprüfungen verfügt und diesen dann auch vom TÜV abnehmen lassen.


    Die Materialbeschaffung und Vorbereitung bei nur privatem Gebrauch kann der Einzelnen ja trotzdem selber unternehmen.


    Ich würde in jedem Fall bei meinen ersten Kessel auf bereits vorhandenen, bewährte Konstruktionen zurückgreifen. Evtl. würde ich als "Fingerübung" mit einem kleinen Kessel und einer stationären Dampfmaschine anfangen um erste Erfahrungen zu sammeln. Kleine Kessel lassen sich mit einfacherer Hobbyausrüstung hartlöten. Und so eine kleine Stationäranlage läßt sich auch ohne Probleme zu einem guten Preis wieder verkaufen.


    Ich will hier keine Anfänger abschrecken, aber der Kessel ist nun mal das wichtigste Teil und entscheidet über die Leistung unsere Lok, wenn hier nicht gründlich und genau gearbeitet wird kann das einen das Hobby schnell verleiden, denn...


    "Eine Dampflok, die nicht fährt ist überhaupt nichts wert." (frei nach Fredl Fesel)


    Just my two cents


    Klaus

  • Hallo freunde
    Giebt es unter den Forumsmietglieder niemanden der die E U vorschriften über Kesselbau in algemein verständlicher Form
    schreiben könnte und uns alles was nicht nötig ist wegläst.
    Ich bin Schreinermeister im unruhestand und mit normalen Vorschriften
    vertraut aber bei diesem wirwar habe ich immer das gefuhl es sei nur für die abschreckung der Normalbürger gemacht worden,ich kann mich auch irren aber dann sollte es in einem seperaten beschrieb für Kessel von 10-50. li. Inhalt erhältlich sein.
    wir hatten in der Schweiz früher einfache klare Vorschriften,aber jetzt
    sollte es auch E U konform werden ,und niemand weiss genau bescheid
    Ich hoffe auf Eure hilfe und wenn ich diese Fragen sehe, hofft Ihr auch
    oder Dampf Willi
    Mit besten Grüssen Hannibal der keine schlafende Hunde Wecken will.

  • Hallo Hannibal,


    leider sind diese Vorschriften noch nicht EU weit eingeführt. Die Briten haben gerade was die Modelldampfkessel angeht so ihre eigenen Vorstellungen. Hier gibt es Versicherungen, die nach den dort herrschenden Normen abgenommen Kessel versichern.


    Aus dem Leben eines Feldbahners erzählt diese Geschichte mit sicherlich ein paar interessanten Aspekten auch für uns.


    Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.


    Gruß


    Klaus

  • Hallo,


    ich hab mir zwar nicht alle Beiträge hier durchgelesen, aber hoffe doch, daß ich jetzt nichts wiederhole:
    Schaut doch mal meinen kommentar an unter:
    Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.
    Da gehts um eine einfachere Bauform, schließlich ist ja die Feuerbüchse ein ganz erheblicher Kostenfaktor.
    Wenn man einige Bereiche des Wassermantels um die Feuerbüchse ( oder gleich alle? ;-) ) wegfallen läßt bzw. durch (keramisches) Isoliermaterial nach außen hin ersetzt, wirds gleich richtig bezahlbar. Und schließlich haben einige größere Gartenbahnloks ja tatsächlich mehr als genug Dampf, z.B. die 10,25"-Feldbahnlok des SEV Kürnbach, da ist Kohle ja schon gar nicht mehr einsetzbar, sondern nur noch Holz!


    Mir schwebt grad eine noch einfachere Version als der Briggs-Kessel vor, deren Grundlage ich mal kurz erläutern will:
    Nach Angaben (tatsächlich) sehr fähiger Gartenbahner erbringt ein Originalkessel üblicher Bauart bei Vollast (aber leider auch nur da!) ca 70% seiner Leistung über die Rohre und 30% über die Feuerbüchse. Die 30% Anteil steigen natürlich wohl (leider) mit abnehmender Belastung.
    Aber da es besonders bei kleineren Gartenbahnen ja mehr um die Leistungsfähigkeit als um die Wirtschaftlichkeit geht, dürfte die zuletzt genannte Tatsache nicht so arg stören, wenn dadurch die Herstellkosten deutlich gesenkt werden können.
    Wenn nun die gesamte Feuerbüchse entfällt, wird die über die Rohre übertragene absolut Leistung (zuvor max.70%) ja (etwas) steigen, da ja die Eintrittstemperatur der Rauchgase in die Rohre steigt.
    Also dürfte sich die erreichbare (Gesamt-) Leistung in diesem Fall bei ca. 75-85% der Leistung eines herkömmlichen Kessels bewegen, was wohl in den meisten Fällen noch erträglich ist.


    Vorteile:
    - Rohrbündel herausziehbar ausführbar (kreisrunde Rohrwände mit vorn und hinten leicht abweichenden Durchmessern, im oberen Bereich Zuganker statt Rohren und radiale Dichtung zum Kesselmantel hin, der ebenfalls in diesem Bereich Versstärkungsringe eingeschweißt hat)
    - dadurch keine Waschluken erforderlich
    - keine Bördel- und Biegearbeiten erforderlich
    - Sogar in Feldbahngröße wäre damit ein Edelstahl-Rohrbündel erschwinglich, weil die Rohre im ausgebauten Zustand des Rohrbündels gewechselt werden können und daher nicht aufgeweitet und eingeschnürt werden müssen für einen leichten Wechsel.


    Ich würde mich freuen, wenn mal jemand so einen Versuch unternimmt;
    in diesem Fall wäre ich je nach sonstiger Qualifikation desjenigen bereit, die dafür nötigen (unbearbeiteten) Laserteile der Rohrwände und Stützringe (in Gartenbahngröße) kostenlos beizustellen, also je nach Zeichnung.
    Bloß - auch wenn das in diesem Forum nicht so wahrscheinlich ist - bitte niemand, der schon alles auswendig gelernt (und wenig davon verstanden) hat und jede weitere Chance, etwas dazuzulernen, als persönlichen Angriff auffaßt!
    Aber ich denke, solche Leute verirren sich eh nicht hierher; jedenfalls habe ich die beiden Personen, die mir dazu einfallen, noch nicht hier angetroffen ;-)


    Freu mich auf Vorschläge!
    Grüßle
    Stephan

  • Hallo Stephan


    Deine Idee klingt gar nicht mal schlecht und erweckt mein Interesse.Nur die Kesselform kann ich mir noch nicht ganz vorstellen.
    Also wie ich das verstanden habe ist bei der Kesselform hinten und rechts und links keine Wasserumspülung.Oben drauf schon.Aber ich kann mir im Moment nicht vorstellen wie das Rohrbündel da herausziehbar sein soll.


    Grüße


    Marco

  • Also ich hab Stephans "NAK" (NewAgeKessel) noch nicht behirnt; aber das liegt vielleicht dran, daß mir "der Konventionelle" so nahe liegt, daß ich gegenüber Brotan- oder gar noch "exclusiveren" Kesseln etwas "skeptisch" bin - was durchaus nicht als "fundiert" zu gelten hat.
    Da nun aber das Thema "vereinfachter Kessel" schon auf'm Tisch is; kann ich dazu auch was einbringen:
    Ein - leider schon verstorbener - österreichischer Dampfeisenbahner hat auf Basis von Zimmermann-Gestellen 2 "riesige" FreeLance-Garretts gebaut - vor nunmehr rund 20 Jahren ... .
    Eine der Loks müßte noch im Waldviertel "rumgurken"; die andre is vor ein paar Jahren in Sinsheim mal am Stand der Westerwälder aufgetaucht.
    Aber genug der "Vorgeschichte"; Fakt is:
    Der Mann hat sich sämtliche Stehbolzen erspart, indem er die Box als "Rohr" ausgebildet hat.
    Einfach ein Rohr mit - ungefähr !! - 3/4 vom Durchmesser des "Langkessels" (Stehkessel indem Sinn, hat das Ding dann nämlich gar nicht !!) als "Feuerbox" eingebaut.
    Die "Stehkessel-RÜCKWAND" besteht dann praktisch nurmehr aus der flächenmäßigen "RestMenge" aus Kesselrohr minus Boxrohr.
    {Verzeiht; die Pflichtschulzeit mit der damals grade brandaktuellen "Mengenlehre" schlug grad zu ... }
    Solch ein Kessel muß jedenfalls "um Eckhäuser" einfacher zu bauen sein als ein herkömmlicher .... - no further comment.
    Zu den Kesseln meiner Loks:
    Die P4 hat'nen Cu-Kessel aus GB.
    Die U - und "die Neue" [abgebildet im "Schienenverkehr aktuell Nr.7/2004"] des Erbauers - hat Stahlkessel.
    Da wurde praktisch ein "eisener MatadorBausatz" gefertigt; und dann hat (s)ein Bekannter (=Profischweißer!!) die unzähligen Teile {Stehbolzen, Stehkesselwände, Boxwände, Rohre, Türring, Bodenring, Waschluken, Dome, Domringe, ...} verschweißt.
    Die fertigen Kessel wurden dann mit 40 bar (...) abgedrückt.
    Den der Neuen hab ich - anläßlich der Druckprobe - selbst gesehen; die Schweißnähte würden - ausnahmslos !!! - jedem Lehrbuch als Musterbild zur Ehre gereichen; definitiv ... .

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

    Einmal editiert, zuletzt von GeGa_DampfBahnFreak ()

  • Es erhebt da natürlich noch eine Frage: Warum den Kessel nicht sozusagen als "Dummy" bauen und innen als Wasserrohrkessel bauen. Bei den keramischen Isolierstoffen müsste sich das doch eigentlich machen lassen? Ist nur mal so angedacht
    Was ich bei englischen Freunden gesehen habe sind Kessel ohne Bleche, d. h. auch die Feuerbuchse aus Rohr gebaut. Man braucht noch ein paar Stays in der Längsrichtung, quer gar keine mehr, da ja alles zylindrisch ist. Und in einer Lok dürfte sich die , nackt, schon etwas ungewöhnliche Form ja gut kaschieren lassen. Ist übrigens an Marinekessel angelehnt und dort funktionierts einwandfrei. Freund von mir hat sowas in seinem Dampfboot (1:1) und ich finde nur das Ascheentfernen etwas gewöhnungsbedürftig.
    Briggskessel gibts ja auch in verschiedenen Formen, u.a. auch mit einer Art von Rohrkäfig in der Feuerbuchse. Die Rohre stehen dann direkt im Feuer, dürfte doch einiges an Dampf erzeugen.
    Ich interessiere mich eigentlich nicht so für Lokkessel, aber ich hocke halt nicht nur in meinem Teller sondern schaue auch mal über den Rand. Wenn ich noch mal eine Kessel brauche. dann wohl für ein Boot. Das wird dann in jedem Fall ein Wasserrohrkessel vom Lune Valley Typ. Und um dem ganzen dann noch die Krone aufzusetzen mit einem Petroleumvergaserbrenner. Erleichtert unheimlich die Handhabung und fordert nicht gar so die Aufmerksamkeit, auf einem Boot muss man ja noch auf sehr viel mehr achten als wenn man schienengebunden fährt. Die genannte Kombination hat sich übrigens inzwischen ca. 100 Jahre bewährt, also kein " neumodisches Zeug", wie ein lieber Dampffreund das mal etwas abwertend bezeichnet hat.
    Sehe gerade, dass der Gega parallel ähnliches geschrieben hat. Als o doch nicht gsanz so abwegig.

    Grüsse aus dem Elsass vom
    dampfwilli


    Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens.

  • Oh sorry, jetzt hatte ich die Grundlagen beleuchtet, aber die Ausführung mal eben schnell übersprungen...
    Also: Noch einfacher. Eine Konservendose, Rohre parallel zur Längsachse durchgesteckt, bis zu der "Höhe" (also wenn die Dose weg-roll-bereit liegt) des Wasserstandes und dann darüber Zuganker anstelle der oberen Rohre, d.h. die Stirnflächen der Dose sind mit Löchern bedeckt, davon Löcher mit dem Rohrdurchmesser in der gleichen Anordnung wie in einer herkömmlichen Rauchkammerrohrwand, und kleinere Löcher für Zuganker im übrigen (oberen) Bereich mit dem gleichen Muster.
    Dann werden beide Dosenböden samt Rohren mit dem Dosenöffner rausgeschnitten, und zwar so, daß die beiden Böden leicht unterschiedliche Durchmesser haben, so daß man das gesamte Bündel nur von einer Seite wieder einsetzten kann, aber das dann mit etwas Spiel beim Einführen.
    Die Dosenböden müssen halt dann wieder abgedichtet werden zum Dosenmantel hin, was man ja mit großen O-Ringen oder so bewerkstelligen kann, oder notfalls halt irgend eine Schnur mit Dichtungsmittel oder so, das in eine Radialnut am Umfang der (natürlich ausreichend dicken) "Dosenböden" eingelegt ist.
    Damit hat man eine Dose mit Heizrohren drin. Noch ein Dampfdom drauf, und fertig ist der Kessel.
    Wie gesagt, oberhalb der Rohre sind halt dann zu den Rohren parallele Zuganker in den Rohrwänden drin, damit die Rohrwände ausreichend gestütz sind und durch ihre runde Außenform eine günstige Herstellung möglich ist (Drehteil). Um die beiden Rohrwände herum sind zum Kesselmantel hin dann Ringe im Kessel eingeschweißt, die auch die Befestigungsgewinde enthalten, mit denen das Rohrbündel gegen Herausschieben gesichert ist. Diese Gewinde müssen ja in axialer Richtung des Kessels nur die Kräfte aufnehmen, die auf den Flächenunterschied zwischen den beiden Rohrwänden wirken, also auf eine schmale Ringfläche mit dem Innendurchmesser entsprechend dem Durchmesser der kleineren (hinteren) Rohrwand und dem Außendurchmesser entsprechend dem Durchmesser der größeren (vorderen) Rohrwand. Selbst bei Feldbahnlokomotiven mit einem Unterschied der Rohrwand-Durchmesser von ca. 2-4mm wären hier einige M12-Schrauben voll ausreichend.


    Also nochmal zusammengefaßt: Einfach ein Rohrbündel mit runden Scheiben an den Enden, das in ein Stück Rohr gesteckt wird, und um das Einführen von einer vorgegebenen Seite her zu vereinfachen, sind die beiden Scheiben etwas unterschiedlich groß.
    Die Rohre, die nicht im Wasser liegen, sind eben durch Zuganker ersetzt.
    Oben ein Dampfdom drauf wie gewohnt, fertig.


    Damit dürfte dann noch etwa 75-85% der Leistung eines herkömmlichen Kesels mit gleicher Rohrlänge erreicht werden.


    Puh, ist schon ziemlich spät (besser gesagt früh), ich hoffe mal es ist jetzt trotzdem noch bissle klar geworden...


    Grüße
    Stephan