Schienenfahrbare Dampfbagger (Railroad Shovel)

  • Hallo,


    es gehört eigentlich nicht in die Rubrik Dampflok, aber zumindest handelt es sich um ein Schienenfahrzeug mit Dampfantrieb: gemeint ist der Dampfbagger; der erste Bagger(Otis) fuhr auf Schienen und wurde von einer Dampfmaschine angetrieben - daraus entwickelten sich in Amerika die sogenannten "Railroad-Shovels"; sie sahen aus wie ein geschlossener Güterwaggon auf Drehgestellen, welcher an einem Ende einen drehbaren Ausleger nebst Schaufel besaß(Hochlöffel). Im Gehäuse befand sich der Kessel, die Dampfmaschine für den Fahrantrieb, eine Kettenwinde für den Löffel, sowie der Schwenkantrieb. Eine weitere kleine Dampfmaschine für den Löffelvorschub befand sich auf dem Ausleger.


    In Europa setzten sich von Anfang an die voll drehbaren Bagger durch - hervorgegangen aus den Dampfdrehkranen.


    Die Firma Menck aus Hamburg stellte aber auch vereinzelt Bagger nach dem amerikanischen Vorbild her:


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    Hat schon mal jemand ein solches Gerät für 5 oder 7 1/4 Zoll Spur gebaut?

  • Wer sich für das Thema Eisenbahn-Dampfbagger/Railroad-shovel interessiert:


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    Ein alter schwarz-weiß Film über die Baustelle Panama-Kanal; interessant auch die Infos aus dem englischsprachigen Kommentar, z.B.: es waren über 300 Lokomotiven, 4000 Waggons und 100 Eisenbahn-Dampfbagger im Einsatz!

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    Der Weg ist das Ziel ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Rudiratzrutz ()

  • Durch die besondere Bauform(nur der Ausleger ist drehbar) ergeben sich im Betrieb Besonderheiten, welche sich etwas von "normalen" Baggern unterscheiden.


    Recht einfach war der Transport zur Baustelle; mit flach gestelltem Ausleger entsprach er etwa den Abmessungen eines normalen Güterwaggons - konnte somit zusammen mit einem Flachwagen in einen Zugverband eingestellt werden.


    Haupsächliches Einsatzgebiet waren der Streckenbau in Geländeeinschnitten in Amerika. Da die Railroadshovel keinen drehbaren Oberwagen besaß, konnten allerdings keine Wagen beladen werden, die hinter ihm standen. Ein breiter Einschnitt für zwei Gleise nebeneinander wäre auch schon deshalb unpraktisch, weil für jeden Beladevorgang ein neuer Güterwagen heranrangiert werden müsste.

    Man beginnt also mit einem etwa 4m tiefen Einschnitt. Neben dem Einschnitt wird ein Gleis verlegt, auf dem der zu beladene Zug heranfährt. Die Railroadshovel gräbt vor sich das Material ab und belädt den Zug der oben neben dem Einschnitt steht. Zum Vorrücken des Baggers werden immer neue Schienenstücke vorgelegt. Dieses Gleis dient nach Vollendung des ersten Einschnittes als Ladegleis, während der Bagger parallel dazu den Einschnitt verbreitert. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die geplante obere Gesamtbreite des kompletten Einschnittes erreicht ist.
    Das seitliche Verrücken der Gleise übernimmt eine umgebaute Railroadshovel(ohne Löffelstiel).


    Dann beginnt man eine Stufe niedriger mit einem neuen Einschnitt.

    Der Weg ist das Ziel ;)

  • Hallo Rudi



    Also ich habe zwar keinen gebaut dennoch kenne ich jemanden der einen wunderschönen
    Dampfkran gebaut hat.


    Hier mal der link, auf der Seite findest du einen guten Baubericht des Krans leider in italienisch.
    Dennoch lohnt ein Besuch, wer das nötige Kleingeld hat kann auf der Seite auch noch einen
    sehr schönen Bigboy kaufen.!!!!!


    Viel Spaß beim stöbern.....


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    Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Zug sein !!! :D Ich bin der Fräser Eilig, was ich nicht fräs das feil ich.... Genitiv ins Wasser weil es Dativ ist :pinch:

  • Das Funktionsprinzip einer Railroadshovel geht zurück auf den ersten Dampfbagger von Otis; der Dampfkessel und die Hauptmaschine ist fest auf einem schienenfahrbaren Fahrgestell montiert. Lediglich der Ausleger mit dem Grabgerät(Hochlöffel) ist drehbar.


    Bei der Railroadshovel kann somit eine größere Antriebseinheit eingebaut werden, als bei einer voll drehbaren Version - denn dem Lichtraumprofil sind enge Grenzen gesetzt. So konnte ein leistungsfähiger Bagger schnell und ohne größeren Aufwand zu Bahnbaustellen transportiert werden.


    Auch die Beschickung der Dampfmaschine mit Betriebsstoffen wie Kohle und Wasser konnte während des Betriebes erfolgen; voll drehbare Bagger mussten eine Pause einlegen, um z.B. den Vorratsbehälter für Kohle aufzufüllen.


    Der größte Vorteil ist aber die Arbeitsleistung; wenn man sich den Film über den Bau des Panamakanals anschaut, fallen einem die schnellen Arbeitsspiele(graben,schwenken,entleeren) auf. Dieses war möglich, weil nur die Bauteile am Bagger bewegt werden, welche für die Arbeit unbedingt nötig sind.

    Der Weg ist das Ziel ;)

  • In Europa fand diese Bauart keine größere Verbreitung; meines Wissens hatte lediglich die Firma Menck und Hambrock aus Hamburg-Altona die Idee aufgegriffen und einige dieser Schienen-Dampfbagger hergestellt(neben den schon gebräuchlichen voll drehbaren Schienen-Dampfbaggern und Kranen). Der Vorteil des schnellen Transportes war hierzulande kein stichhaltiges Argument, somit begrenzte sich der Einsatz auf die Gewinnungsindustrie.