Zwischenstand Kurbelwelle

  • Derzeit arbeite ich an der Kurbelwelle meiner Shay-Lokomotive (mein Projekt Benjamin), etwas komplizierter als bei Gerd.
    Keine Bange, ich bringe einen ausführlichen Bericht, sobald sie fertig ist.


    Nach 3 Wochen Arbeit (ich mach nebenher Haushalt und Assistentenarbeit für eine bekannte Krebsforscherin) sieht die KW nun so aus - alles aus dem Vollen.
    Die 4 Lagersektionen und die Anschlüsse der Kardanwellen müssen noch fertiggestellt werden.
    Ich hab keinen Drehstahlhalter mit Schwanenhals gefunden bzw verwendet, sondern etwas ganz anderes, was ich hier später zeigen werde. Ich benutzte etwas, was manche Leute als "Biscuit" bezeichnen...

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  • Hallo Johannes


    Wie hast du denn das Problem des exzentrischen Spannens in exakt dem richtigen Winkel für die Hubzapfen gelöst?


    Schöne Arbeit!!!


    mfg


    Thomas

    Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. Seit dem letzten Forum Update habe ich leider auf meinen Computern nur noch Bildschirmmüll und stark eingeschränkten Zugriff auf das Forum. PN kann ich nicht sehen, alle Nachrichten bitte nur noch über thomas.adler@dbc-d.de

  • Hallo Johannes


    und Glückwunsch zur Kurbelwelle soweit.
    Nun paß aber auf daß sie dir nicht nicht wieder um die Ohren fliegt !!


    Ich bin immer wieder über die Herstellung nach Kozo begeistert was die Kurbelwelle angeht.
    So ein komplexes Teil, bei dem es ja auch beim Versatz von Excenter und Treibzapfen auf Genauigkeit ankommt, aus einem Stück zu fertigen ist schon großes Kino.


    Thomas - Kozo verwendet Indexscheiben, die links und rechts an die Rohwelle angeschraubt werden. Hier sind die 3 Bohrungen für die Zentren von Exzenterscheiben und Treibzpafen gebohrt. Die gesamte Welle wird dann zwischen den Spitzen bearbeitet. Diese Indexscheiben sind mit 3 Schrauben im Abstand von 120° befestigt und können so für jeden Zylinder verdreht wieder angeschraubt werden. Die Idee finde ich nach wie vor genial. Ich bin mir sicher das Johannes dazu auch noch das eine oder andere Bild zeigen wird.


    Grüße, Gerd

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    Waldbahner aus Leidenschaft

  • Hallo Thomas
    Das Geheimnis liegt in den Kappen an den Enden des Knochens. Beide müssen so exakt wie nur möglich hergestellt werden, aber MIT diesen Abflachungen, ohne die gehts nicht. In drei Positionen reproduzierbar zu fixieren... Die komplette Erklärung folgt in der 'langen' Geschichte.

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  • Ziel in Sicht...
    Jetzt darf man auf gar keinen Fall in Versuchung kommen, die KW aus dem Futter zu nehmen und aus der Nähe zu betrachten!
    Ab morgen hab ich leider eine Zwangspause - das nervt jetzt.

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  • Hallo Johannes
    Frage: reichen die angebrachten Schrauben und Muttern aus, um einen günstigen Massenausgleich zu erreichen.?
    Haben sich die Schwingungen sprich Rattermarken verbessert.?
    Die Oberfläche der KW hat deutlich gewonnen gegenüber der ersten Bearbeitungen.
    Danke für den Tipp.
    Grüße WP

  • Hallo Peter


    Die Schrauben/Muttern sind lediglich dazu da, der KW während der Bearbeitung jetzt mehr Stabilität zu verleihen. Nun rotiert alles um das Massezentrum.
    Die Rattermarken sind iA Anzeichen von zuviel Drehzahl. Ich fahre jetzt nur noch 210 u/min und winzige Zustellungen. Die Späne sind dann so dünn und fein wie Babyhaar. Bei letzten Durchgängen bei den Lagersektionen benutze ich zusätzlich ein "Bisquit" (engl. Slangausdruck - keine Ahnung wie man das auf Deutsch bezeichnen würde). Das ist eine Scheibe Hartgummi unter der Basis des Drehstahlhalters, was eine ähnliche Wirkung hat wie der Schwanenhals-Drehstahlhalter. Die Federwirkung ist dann aber nicht einstellbar. Das Hartgummi kann zB ein Abfallstück Schuhsohle vom Schuhmacher sein oder eine Scheibe, die man mit Hilfe eines superscharfen Messers von einem Eishockey-Puck abgestochen hat. Ich zeige später mal, wie man ein Bisquit benutzt.


    Eishockey-Pucks kann man in der Bucht beziehen (ca 6 Euros / 5 Stück hierzulande). Die eignen sich auch für viele andere Zwecke: zB als Material der Federung eines Bedienwagens oder um eine Werkzeugmaschine in der Werkstatt schwingungsmindernd darauf zu montieren.

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  • Moin,


    Johannes geht schon in die richtige Richtung, um aber ordentlich festen Grund zu haben, sind noch ein paar zusätzliche Arbeiten erforderlicht.


    Wie meine ich das?


    Die von Johannes gezeigte Lösung verhindert lediglich, dass sich die zu einer Kurbel gehörenden Kurbelwangen seitlich verwinden können, an ihrem offenen Ende (auf der Herzlinie der Kurbelwelle) können sie sich immer noch annähern - zwischen Bolzen und Kurbelwangen ist ein, wenn auch geringer, Spalt (vgl. Bild 5) - so dass das "U" aus Kurbelwangen und Hubzapfen an seinem offenen Ende bei Druck auf die Enden der Kurbelwelle schmaler wird, als an der Basis.


    Um das zu verhindern, sollten dort passende Druckstücke eingesetzt werden. Dafür gibt es mehrere Varianten, von denen die folgende Grafik zwei zeigt.
    Bitte melden Sie sich an, um diesen Anhang zu sehen.


    Variante 1 ist ein zweiteiliger Stempel, dessen Fuß ein Innengewinde und dessen Kopfteil ein Außengewinde hat. Der wird zwischen die Wangen in der Herzlinie der Kurbelwelle gespannt, nachdem die Welle zwischen den Spitzen der Maschine eingespannt wurde und eingemessen ist.

    Variante 2
    (nach Kozo Hiraoka) besteht aus zwei Klemmstücken, die mittels eines Bolzens wiederum auf der Herzlinie der Kurbelwelle zwischen den Kurbelwangen gespannt werden und deren Absatz so breit ist, wie der Abstand der Kurbelwangen. Die genaue Vorgehensweise ist in Kozos Buch "Building the new shay" S. 185ff nachzulesen.


    Variante3 - einfach passende Klötzchen zwischen die Kurbelwangen "kleben" - mit Schellack oder Sekundenkleber


    Während der Bearbeitung der Lagerzapfen ist es sehr sinnvoll, jeweils einen der benachbarten Zapfen (zweckmäßigerweise den futterseitigen) durch eine feststehende Lünette zu stützen. Dann können auch die Zustellungen so sein, dass der Stahl sicher schneidet. Die Drehzahlen müssen trotzdem moderat sein.


    Übrigens sollten Kurbelwellen immer zwischen den Spitzen bearbeitet oder futterseitig zumindest in eine Spannzange genommen werden, das kommt dem Rundlauf sehr zugute und Druckmarken sind sicher ausgeschlossen. Allerdings gilt auch hier, "man nehme, so man hat" - große Spannzangen sind nicht gerade das, was man billig nennen könnte, insofern gilt wie so oft "glücklich der, der hat und kann".


    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

    4 Mal editiert, zuletzt von Dampfspieler ()

  • "Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens goldner Baum."


    Da Dietrich ja sicher schon eine Shay gebaut hat, wird er ja wohl bestens Bescheid wissen...


    Ich jedenfalls baue ebenfalls nach der Methode aus dem ersten Buch von Kozo Hiraoka (Building the Shay, Seite 39) und habe mich mit 3 anderen Erbauern dieser Lok ausgetauscht, die alle erfolgreich die ursprüngliche Methode verwendeten. Das Zusammenklemmen der Flanken einer Kurbel funktioniert durchaus. Bei großen Maßstäben wird sogar darauf verzichtet.


    KH hat die Methode des 1. Buches später modifiziert, was aber durchaus neue Probleme nach sich zieht: Je mehr Teile mit der KW rotieren, umso länger müssen die schmalen Drehstähle eingespannt sein.


    Eine Lünette ist an sich keine schlechte Idee, hier müßte diese hier aber die Dimension für eine Uhrmacherdrehbank haben.


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  • Hallo


    Fräsen. Interessante Alternative, allerdings - sofern man hat
    Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen..


    Ted


    womit sich die folgende fernöstliche Weisheit wieder einmal bestätigt:
    "Mit vollen Hosen ist gut Stinken" (Confusious)


    Heinrich


    NS.: deshalb bewundere ich Leute, die sowas OHNE CNC zustande bringen! ^^

    Der liebe Gott gab uns die Zeit
    (von der Eile hat er nichts gesagt!)

  • Zitat Heinrich


    NS.: deshalb bewundere ich Leute, die sowas OHNE CNC zustande bringen! ^^


    .. nicht für die Bewunderung, sondern für die Freude an der Sache, ohne Vorbehalt -
    soweit machbar - mal ohne (hier), mal mit CNC.



    Ted

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    • AxlePump.jpg

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    Einmal editiert, zuletzt von Ted ()

  • Hallo Dampfbahner,
    ich finde es gut, wenn nach alter Väter Sitte mit der Hand geschafft wird. Das kann der Johannes und ein paar andere auch richtig gut. Bewundern tue ich aber auch die Jungs, die ein "paar" Linien im PC routieren lassen und aus einer Kiste mit viel Kühlmittel kommt ein blitzsauberes Teil heraus. Wohl dem der beides beherrscht. Letztendlich zählt nur die gute Funktion und der Weg dorthin ist vielfälltig.
    Grüße
    Wolfgang

  • Die letzte Woche war ich mit dem 'Chef' in Italien, in Venedig - auf einer Konferenz der Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen., die mich indirekt etwas angeht. Natürlich hab ich mich immer wieder abgesetzt und die Stadt erforscht, da wo keine Touristen hingehen. Und man glaubt es beinahe nicht, auf der Insel gibt es auch einen Bahnhof mit Zugverkehr, die Bilder kommen mal an anderer Stelle.


    Kaum war ich wieder daheim, da hab ich mich wieder an die Bearbeitung des 'Knochens' gemacht. Jetzt ist er fast fertig...
    Die Anschlußstücke zu den Gelenken der Kardanwelle sind allerdings noch nicht fertig. Diese werde ich wohl mit Bandsäge und Feile bearbeiten, denn zu einem Abstechen auf der Drehbank hatte ich jetzt keinen rechten Mut mehr. Manches muß noch geputzt und geglättet werden. Immerhin, das war einmal eine Rundstange 240 mm lang, 40 mm Durchmesser. Die Eimer voller Späne und Putzlappen hab ich nicht mitgezählt...

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