Fernsteuerung von Weichen

  • Hallo


    Da ich mich z.Z. mit der Erweiterung unserer Anlage in Leverkusen beschäftige, steht gerade das Thema Weichenfernsteuerung auf dem Plan.


    Dabei suchen wir ein System, mit dem der Zugführer selbst die Weiche umschalten kann. Unsere Schwierigkeit ist, das wir nach dem Fahrtag alles wieder demontieren müssen, weil wir in einem öffentlichen Park fahren.
    Mehr als ein kompakter Baustein, der den Empfänger mit der ganzen Weichenmechanik und Pneumatik enthält, ist pro Weiche nicht vorgesehen.


    Ideal wäre ein System mit einer Infrarot Fernsteuerung, um mit einem Sender, ohne gegenseitige Beeinflussung, alle Weichen ansteuern zu können.


    Gibt es da ein bewährtes System?


    mfg


    Thomas

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  • Wir ( Bayerischer Dampfbahnverein) steuern unsere Weichen mittels eines "Zauberstabes) fern:


    vor der Weiche befindet sich ein Kästchen mit einem Reedkontakt, der mittels einen Magneten ( Zauberstab) ausgelöst wird. Bei betätigen stellt die Weiche um. Vorteil ist, dass nur die entsprechende Weiche umgestellt wird. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass a) das richtige Kästchen zur Weiche betätigt wird, und b) dass die Weiche auch frei ist, auch muss kurz angehalten werden.


    Bei einer (Funk-) fernsteuerung sehe ich ein Problem, dass die Weiche auf "nicht belegt" überwacht werden müssen.


    Frohe Ostern


    Uli

  • Hallo,


    bei deinem Eintrag denke ich an ein Projekt meines Bruders von vor einen Jahr. Dort ging es darum, die Signale induktiv zu übertragen.
    Die Empfangseinheit könnte schon fast in der Anlage fest integriert bleiben, man müsste das halt als "stabilen Plastikklotz" designen.
    Die Sendeeinheit könnte unter das Drehgestell der Personenwagen.
    Nachteil ist hierbei, dass die Sendeeinheit fest auf dem Boden (max 10cm über SOK) sein müsste, damit das System sicher überträgt. Der Umrüstungsaufwand ist sicherlich auch nicht ohne.


    Link zum Thread:
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    Gruß Johannes

  • Hi,


    Das Projekt (sowie der dazu passende, 30mm hohe, zwischen-den-Weichenzungen-Antrieb) ist aber eher zur permanenten Montage im Gleis gedacht, damit passt es für diesen Anwenungsfall nicht. Der Stabile Plastikklotz trotzt jedoch seit einiger Zeit auf unserer Vereinsanlage allen Umwelteinflüssen (Entgleisungen, Überflutung, ...). Die 10cm stimmen so auch nicht, es sind eher 2-5cm Luft zwischen SOK und Sender nötig. Den Sendebaustein habe ich mittlerweile auf niedrige 10mm gebracht (Maße 10cm x 15cm), somit kann man ihn unter fast jedes Fahrzeug schrauben.


    Nur zum Bauen fehlt aktuell die Zeit. Die Liste der Projekte wächst irgendwie schneller als ich sie abarbeiten kann, und Uni geht da vor.


    Grüße,
    Michael

  • Hallo Thomas,
    ....Empfänger mit der ganzen Weichenmechanik und Pneumatik.....
    Warum ein doppeltes System? Eine Batterie benötigt ihr für den Empfänger sowieso, dann statt Zylinder (zusätzliche Druckluftleitung) einen Servo verwenden (funktioniert beim DBC-RhMn seit Jahrzehnten, allerdings ohne die Möglichkeit des Weichenaufschneidens). Bauartgleich mit Aufschneidemöglichkeit habe ich auch schon gebaut. Als Empfänger für RC5-Code. Dieser Code ist entweder problemlos als Selbstbausender möglich oder man nimmt eine RC-Fernbedienung aus der Ramschkiste. Reichweite bis zu 35m allerdings kann Sonne Störungen verursachen. Ein festes System (unter einem Wagen montiert) behindert Gastfahrer. Alternativ zu RC vor jeder Weiche einen Pfosten mit Transponderempfänger und per Kabel Weiche ansteuern. Und jeder Lokführer hat eine Chipkarte.
    Volker

  • Hallo


    Eine Weichenbetätigung, die ein Aufschneiden nicht zulässt kommt für uns nicht in Frage.
    Die Stellung der Weiche selbst mittels Pneumatikzylinder ist konkurenzlos Überlastsicher. Keine Endschalter, Feuchtigkeitsunempfindlich, und ohne Probleme Aufschneidbar.
    Druckluftleitungen habe ich nicht vorgesehen. Eine kompakte Einheit aus Akku, 12V Autokompressor, Pneumatikventil und -Zylinder, die vom Empfänger angesteuert wird.
    Alles simpele Technik, die zur Not auch einmal vor Ort überprüft werden kann.


    Das ganze soll dann als kompakte Kiste statt des Weichenhebels aufgesetzt werden. Von aussen soll das Lichtsignal WN1 oder WN2 angezeigt werden.
    Auf den Geber für die Rfid Karte würde ich gerne verzichten, um nicht auf permanente Installationen angewiesen zu sein, die der Witterung ausgesetzt sind und entsprechend Altern.


    Jeder Lokführer bekommt einen Sender, der für alle gleich ist. Auch die Empfänger sollen alle gleich sein, womit ein System mit Funkfernsteuerung fast ausfällt.


    Ich hatte gehofft, das hier jemand mit NFC oder Bluetooth Erfahrung hat, was nur ein paar Meter Reichweite hat.


    mfg


    Thomas

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  • Moin Thomas,


    warum legt ihr nicht die Weichenhebel 2 Meter vor die Weichen wie im Huserland.


    Der Westerwälder hat das System mit einem dicken Rundmaterial als Verbinder gelöst.


    An einer Ecke einen 4-kant die andere Seite fest am Hebel.


    Die Aufbauarbeit wäre die selbe.


    Gruß Bucki

  • Hallo Thomas,
    Druckluftzylinder und aufschneidbar? Das habe ich noch nie gesehen, zumindest, wenn der Zylinder die Zungen fixieren soll, dann kann man die Weiche nicht aufschneiden. Oder aber aufschneidbar, dann wäre der Zylinder drucklos nach dem Umstellen und dann besteht die Gefahr, dass sich die Zunge unter dem Zug verstellt.
    Volker

  • Hallo zusammen,


    nur eine kleine Ergänzung, beim DBC Rhein Main sind alle Weichen trotz Servobetätigung auch aufschneidbar,da seit einiger Zeit
    in der Stellmechanik Federn integriert sind. Das schützt die Servos und funktioniert einwandfrei.


    Das gleiche System hat sich auch bei einigen Weichen beim REC Rossdorf bewährt.


    Auch bei einer Betätigung für eine mobile Anlage mit integriertem Akku klappt das problemlos.


    Gruß


    Werner Schleidt

  • Hallo Volker


    Das mit dem Aufschneiden ist nur eine Frage des Kolbendurchmessers und des Lokomotivgewichts.


    Das es mit einer 5" T3 nicht funktioniert steht ausser Frage. Bei meiner D5 sicher kein Problem.


    mfg


    Thomas

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  • Hallo Werner


    Wie steuert der Lokführer denn bei euch die Weiche?


    Hast du ein Bild von den Servos, die du erwähntst?


    Bucki:


    Vorverlegte Weichenhebel wollte ich vermeiden, da die bei uns nach jedem Fahrtag demontiert werden müssen.


    mfg


    Thomas

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  • HAllo zusammen,



    wenn ihr neu baut, dann schaut euch die Antriebe des ESV-Großbahn mal an. Die sind super.


    Die Ansteuerung bei uns in KA ist mittels Magnetkarten vorgesehen und wird auch schon an einzelnen Weichen praktiziert. Kartenleser gibt es günstig in der Bucht!


    Aufschneiden geht bei unseren Antrieben auch, eben durch Einsatz von Federn in der Schub-/Stellstange!


    Im Moment werden die Motoren und Gehäuse ersetzt, da sie etwas gelitten haben.


    Gruß


    HD

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    Lasst uns zusammenhalten, denn es soll ewig gedampft werden! ;)

  • Hallo Thomas,


    alle Lösungen, die einen unspezifischen Handsender (Funk oder Infrarot) vorsehen, um damit jegliche Weiche kurz bevor man dort ankommt anzusteuern, finde ich potentiell gefährlich. Meiner Ansicht nach ist die Gefahr zu groß, dass wer irgendwann irgendwo auf den falschen Knopf drückt und unbeabsichtigt irgendeine Weiche ansteuert, die gerade befahren wird. Womit wir wieder bei dem Problem der Belegterkennung wären.


    Für mich dreht sich das alles im Kreis, eine Lösung will mir momentan auch nicht einfallen.


    Grüße


    Detlef

  • Hi,


    Die Lösung ist relativ einfach: Du musst das System so beschränken, dass es nur vor der Weiche, aber nicht auf der Weiche betätigt werden kann.


    Einige Optionen:
    * Magnetkarten (Induktiv)
    * Induktive Steuerung direkt vom Zug
    * Richtantennen / passend ausgerichtete Infrarotempfänger
    * Belegtmeldung der Weiche (Achszähler)
    * Verhinderung des Weichenstellens während der Zug die Weiche überfährt (Achskontakt, ...)

  • Hallo Zusammen,
    wenn man die Weichenbetätgung mit einer Verzögerung ausstattet, die nach einem erfolgreichen Umstellen für eine Zeit X ein erneutes Betätigen verhindert, dann ist man die erste Sorge los. Bei Infrarot besteht die Problematik des Sendens einer falschen Weichennummer und dadurch unerwünschtes Umstellen unter dem Zug. Je nach Gleisplan wäre ein Pfosten mit mehreren Tastern/Transpondern zum Schalten ganzer Weichenstraßen und dann ein Kabel zu den Antrieben die sicherste Lösung. Alternativ ein Stellwerk und dann per Funk.
    Volker

  • Hallo,


    nur so ne Brainstorming-Idee: QR-Leser mit Funkübertragung beim Lokführer und links und rechts vor jeder Weiche ein Pfosten mit QR-Code für Weiche links/rechts (separat deshalb, damit man nicht versehentlich den anderen Code einliest). Vom Leser wird entweder das zentrale Stellwerk oder direkt die Weiche angefunkt. Absolut störungssicher, da wohl kaum ein zweiter zur gleichen Zeit vor Ort ist, um die Weiche unter dem Zug anders zu verstellen. Allerdings habe ich keine Ahnung bezüglich geeigneter Technik, kenne QR nur von Handy-Apps. Vielleicht könnte man auch direkt Handys nutzen, wenn eine ausreichend schnelle Datenübertragung gewährleistet wäre, d.h. Handy per WiFi direkt ins lokale Netz eingeloggt, Weichenantriebe mittels Raspberry o.Ä. ebenfalls per WiFi angesteuert. Was meinen dazu Gartenbahner und IT-Spezialisten?


    Kristian


    PS: QR-Code natürlich individuell für jede Weiche/Stellung

  • Unsere Anlage ist auch öffentlich zugänglich, gegenüber eines Fussballplatzes. Zum Glück ist auf dem Land die Gfahr mutwilliger Beschädigungen(noch) nicht so gross. Die Weichenantriebe sind Scheibenwischermotoren unter der Weiche, Strom kommt aus einer Batterie in der Gerätehütte. Die Verkabelung und Klemm- sowie magnetkästen sind natürlich ein Risiko, dass sie Beschädigt werden.


    Da ich vor jeder Weiche halten muss, um sie zu betätigen, wünsche ich mir eine "Fahrstrassensteuerung" an der Bahnhofseinfahrt bzw Ausfahrt. Dies würde eine kleine SPS sowie eine Rückmeldung der Weichenlage erfordern.Hier ist aber wie bei euch auch das Problem, dass ich dies zu jeden Fahrtag anstecken müsste. Gegen die Gefahr, dass eine bereits eingestellte und befahrene "Fahrstrasse" umgestellt wird, habe ich auch keine Idee.


    Ich werde mal beim nächsten Fahrtag eine kleinen Film drehen und bei Youtube einstellen - vielleicht sind ein paar Anregungen dabei...


    viele Grüsse


    Uli

  • Hallo,


    Das Auf- und Abbauen ist heutzutage kein Problem mehr. Da die meisten Systeme auch aus dem Modellbahnbereich Busgesteuert sind reichen 8 Drähte. Wenn es nur relativ selten (monatlich) genutzt wird und meistens irgendwo im Trockenen steht kann man sogar einfache Netzwerkkabel zum Verbinden verwenden. Sind in allen Längen lieferbar, billig und haben eine Rastnase. Damit ist auch der Pfosten einige Meter vor der Weiche kein Problem.


    Wolfgang, wenn dein Problem nur der Vandalismus ist: Schau dich mal bei den Truckbauern/U-Boot-Bauern (also die die auch wirklich im Matsch/echten Wasser fahren) um. Dort findest du Anleitungen, wie du ein einfaches 5€-Metallservo mit ordentlich Kraft (MG995) Wetterfest bekommst. Das ganze kannst du dann in einem stabilen Gehäuse zwischen die Weichenzungen bauen. Da machst du dann einen Empfänger einer Fernsteuerung rein. Den Sender setzt du (natürlich in anderem Gehäuse) als einfachen Schalter vor die Weiche auf einem steckbaren Pfosten.


    Stom kommt aus Akkus oder mit handelsüblichem Hohlstecker.


    Grüße,
    Michael