Renovierung einer Gleisstrecke, welchen Unterbau verwendet Ihr?

  • Hoi liebe Foristi und Gleisbaumeister.


    Unsere Gleistrecke in Plochingen ist nun über 15 Jahre alt und hat außer dem jährlichen "Gleisrichten" wie Nachschottern, rütteln usw. keine Reparaturen bekommen.
    Nun stellt sich die Frage, ob man nach jedem Winter weiterhin die Gleisverwerfungen mit viel Manpower richten muß.
    Im Sommer gibt es bei straker Sonneneinstrahlung Bögen nach oben, obwohl wir überall immer mehr Dehnstücke eingebaut haben.
    Das einstig schöne Gleisbett (leicht erhöht) ist nun eben mit der angerenzenden Wiese, der Schotter ist teilweis durch hochgedrückte Erde vermischt.
    Der Tüv gibt uns zwar den Segen, denn man kann noch sicher auf dem Gleis fahren, doch eine sehr ruhige Fahrt, wie zu Anfang, ist es an manchen Stellen nicht mehr, eher das Erlebis Feldbahn.
    Bestimmte , kritische Stellen haben wir mit Bodenakern verschweißt (Erdnägel am Gleis verschweißt).
    Nun denken wir darüber nach, peu a peu das Gleis zu richten. Das Gleis mit Schwellen sollte bleiben, doch der Unterbau soll erneuert werden.
    Gedanken sind: Gleis in 6 oder 12 m Stücken trenen und nebenan legen. Komplettes Gleisbett (Schotter mit nun Erde) entfernen, auskoffern (wie groß?), Bodenfließ legen,( Drainagerohr??), Seitenabgrenzung zur Wiese mit Betonbordsteinplatten?. Neuer Schotter, welcher bei Nässe verbäckt und hart wird (Den hatten wir auf unserer letzten Anlage und das Gleis lag wesentlich besser.) Gleis drauf legen, ausrichten und nachschottern.
    So langsam würde sich ein Gleisbauzug für 7 1/4 Zoll lohnen <X
    So, was sind Eure Langzeiterfahrungen. =)
    Was für Unterbau habt Ihr und was sind Eure Erfahrungen damit? Pflege, jährliche richten, schottern nachschweißen etc?

    Gruss von panki
    *****************************************+

  • Hallo panki,


    nur mal als Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.. Manche Hinweise kann man auch auf 7 1/4 " anwenden.


    Mit Erfahrungen kann ich vorerst nicht dienen, meine Gartenstrecke ist noch in der Planung. Ebenso ein Gleismesswagen, der Gleislagenmessungen in einfachem Rahmen durchführen soll. Habe mir dafür gerade ein paar Neigungs- bzw. Beschleunigungssensoren bestellt.


    Gruss
    Peter

  • Hallo Panki,


    beim Ysebähnli am Rhy hat der Hannibal und seine Helfer einen sehr guten Unterbau erstellt. Ich zitiere hierzu einen Ausschnitt aus der Webseite:


    "Der Unterbau ist auf der ganzen Anlage gleich aufgebaut. Im Anschluss an den Aushub (ca. 80cm tief) wird als Grundlage 60cm Wandkies und darauf 10cm Mergel eingebracht und eingewalzt. Die Geleise können nun auf dem Mergel platziert und eingeschottert werden."


    Die Gleise beim Ysebähnli liegen nun schon seit gut 20 Jahren und es gab nie größere Probleme. Einmal im Jahr (normalerweise vor dem Dampftreffen) wird überprüft, ob das Gleis noch eben liegt. Auf dem neueren Abschnitt (2000) sind die Gleise geschraubt und dort sind fast nie Korrekturen nötig. Auf dem älteren Abschnitt sind die Gleise geschweißt und dies führt im Sommer als zu kleinen Schieflagen.


    lg Jonas

    ! ! Der Weg ist das Ziel, also lasst uns weiter Dampf kochen ! !

  • Hallo Panki,
    wir haben bei Instandsetzungen unser Gleis wie folgt verlegt:
    ca. 60cm breit und etwa 80 cm tief ausgekoffert, mit Mineralbeton (dieses rote Steine/Sandgemisch) gefüllt. Wir haben kein Drainagerohr verlegt, da wir sehr sandigen Untergrund haben. Danach wurden 2 Wege bestritten.
    ca. 5cm Schotter (Korn 16), Bodenflies, links und rechts als Begrenzung Pflastersteine 20x10x8, Zwischenraum mit Schotter aufgefüllt und darauf das Gleis eingeschottert und gestopft. An anderen Stellen haben wir auf dem Mineralbeton nach dem Verdichten Waschbetonplatten in Splitt verlegt. Darauf eine dünne Schicht Schotter/Zement gemisch. Das Gleis verlegt und mit gleicher Mischung eingeschottert und gestopft. Anschließend mit der Regenbrause gewässert.
    Volker

  • Hallo Panki


    Was sich bei uns bewährt hat, ist folgender Aufbau:


    Ca 20 cm tief, wenigstens aber bis zum gewachsenen Boden, ausheben und mit Mineralbeton oder Recyclingkies bis 6cm unter der Schienenlage auffüllen und verdichten.
    Darauf Gehwegplatten 40 x 60 cm längs in feinen Basaltsplit verlegen. Auf den Platten wird das Gleis in 6 oder 12m Jochen etwa alle 2m verschraubt.
    Das ist Resistent gegen alles was wühlt und gräbt. Das Gras, das im Laufe des Jahres über die Platten wächst, lässt sich leicht mit dem Rasentrimmer mit Fadenkopf abschneiden.
    Verwerfungen haben wir nur da, wo unter den Platten noch kein Mineralbeton liegt.


    Mfg


    Thomas

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  • Hallo Klaus,
    wir in Leverkusen haben einfach die lose Obersschicht vom Rasen abgegraben (1 Spaten tief) und danach mit Mineralbeton aufgefüllt. Hierauf wurden dann Betonplatten 60 x 40 verlegt. Das Gleis ist so ca alle 2m verschraubt und alle 6 m eine Dehnungsfuge. Aufs Schottern haben wir ganz verzichtet. Hat bis heute gut gehalten.
    Grüße
    Wolfgang

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    † 2017

  • Hallo Peter


    Egal wie heiss oder kalt es ist, an unserer Gleislage verändert sich nichts.
    Das spricht dafür, das es sich lohnt, die Einleitung von Kräften zu vermeiden.


    Mfg


    Thomas

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  • Hallo Peter,
    das Gleis liegt mit allen Schwellen auf den Platten. Die Verschraubung ist nur ein Schutz gegen verrutschen und Diebe. Die Schrauben haben in den Bohrungen etwas Luft, damit das Gleis je nach Temperatur arbeiten kann. Der Druck verteilt sich somit gleichmäßig auf alle Platten. Es war damals eine Forderung vom Fachbereich Stadtgrün die Bodenfläche nicht zu versiegeln. Deshalb durften wir nicht durchgängig betonieren. Jetzt sind 1 bis 2 cm Luft zwischen den einzelnen Platten.
    Grüße
    Wolfgang

  • Hallo Ihr Leut


    In Bouveret ist ja wohl komplett verschweißt, meiner Erinnerung nach ohne Dehnungsfugen. Weiß jemand wie die das gemacht haben. Ich konnte nicht fragen, mangels französich


    Liebe Grüsse aus Dänemark


    Hans Michael

  • Hallo Michael,


    in Bouveret ist zwar das Gleis verschweißt, aber Dehnungsfugen haben sie dort auch. Allerdings nur auf langen Geraden und vor und nach jeder Brücke.
    Dort haben sie aber keine Stoßlaschen, sondern einen Bolzen an der einen Schienenseite, welcher in einer Hülse an der anderen Schienenseite steckt. Somit ist wie bei Stoßlaschen eine Horizontal-, aber keine Vertikalbewegung möglich.


    lg Jonas

    ! ! Der Weg ist das Ziel, also lasst uns weiter Dampf kochen ! !

  • Guten Abend,


    bei durchgängig verschweissten Schienen werden Dehnungskräfte, die durch Temperaturunterschiede entstehen, durch das Gleisbett (Schwelle, Kleineisen, Schotter) aufgenommen. Deshalb auch meine oben stehende Frage nach der Notwendigkeit von Dehnfugen in Leverkusen.


    Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. verschweisst durchgehend.


    Nochmal der Link zur Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen..


    Gruss
    Peter

  • Hoi Peter, unser Gleis war auch durchgehend geschweisst und kam an sehr heißen Tagen fast 50 cm hoch (im Bogen, welche die Lok dann herunterdrückte. Wir haben dann nach und nach Dehnstücke (Hülsenbauweise) eingebaut und die Bögen kamen dann an anderer Stelle...
    Ich denke, die Gleise bleiben nur unten, wenn sie auch mit dem Unteregund verbunden sind. Dazu hatten wir an besonderen Stellen Bodenanker, Moniereisenstäbe angeschweisst.
    Wegen der optischen Anforderung zur Landesgartenschau durften wir keinen Minaralbeton verwenden, da dieser bei uns bräunliche FArbe hat. Wir mussten grauen Kies nehmen.
    Das Verlegen auf Betonplatten wollen wir eigentlich nicht, da diese Verlegung bei Stahlschwellen sehr "knochengängig" und laut ist. Das merken wir an unseren einbetonierten Gleisen an den Übergängen. Wenn Holzschwellen verwendet werden, mag das gehen.
    Nacdem die Gartenschau ja vorbei ist, werden wir den Minaralbeton nehmen dürfen. Welche Farbe hat der denn bei Euch?


    @ alle: Danke für Eure Beiträge. ich hoffe noch auf einige weitere Erfahrunsgberichte :P

    Gruss von panki
    *****************************************+

  • Hallo Panki,
    ich glaube, da liegt ein Verständnisfehler vor.
    Der Mineralbeton (Farbe wie Tennisplätze) ist nur den Unterbau, der nicht sichtbar ist. Darauf liegt der eigentliche Schotter, der je nach Steinbruch, dann unterschiedliche Färbung hat.
    Volker

  • In Bouveret sind wie Jonas bereits geschrieben hatt auch "Ausgleichsfugen" eingebaut! Zudem liegt das Gleis auf einer "festen" fläche aus Juramergel! Eine Bsesonderheit von Bouveret (Die viele Eisenbahner stöhrt) ist das die Schwellen praktisch nicht sichtbar sind! Dies hatt aber den Grund das durch die Sonneneinstrahung weniger Hitze entsteht! Trotz teilweisen heftigen Themperaturwechsel und extremer Sonneneinstrahlung haben wir keine Probleme mit Gleisverwerfungen!


    Gruss Dampfadi

  • Mahlzeit!


    Auf meiner Feldbahnanlage in 10 1/4" Spur verwende ich auf den Neubauabschnitten folgenden Unterbau:


    -Trasse wird 20 cm tief und 60 cm breit ausgekoffert und verdichtet (Untergrund ist schwerer lehmhaltiger Boden mit geringer Wasserdurchlässigkeit)
    -in Gleismitte wird eine Entwässerungsrinne modelliert, die alle 5-8 m einen seitlichen Abzweig erhält, über den das Wasser zum versickern abgeleitet wird.
    -eine Lage Unkrautvlies
    -20 cm Schottermischung aus Kies und gebrochenem Gestein, Körnung 8/16
    -Gleisjoche mit Stahlschwellen aus U80, Schienenlänge 2 m, verschraubt


    Der erste dieser Abschnitte ist nun ein Jahr in Betrieb und hat sich gut bewährt. Gegenüber reinem gewaschenen Kies hat die Mischung den Vorteil weitaus weniger zu rollen und sieht optisch trotzdem sehr ansprechend aus.


    Bitte melden Sie sich an, um diesen Anhang zu sehen.


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    Die Dämpfung ist gegenüber der festen Verlegung auf Platten wesentlich besser und damit auch fahrwerkschonender. Probleme mit der Gleislage habe ich bislang nur auf den alten Streckenabschnitten, wo die Gleisjoche ohne große Erdarbeiten feldbahngerecht in der Wiese liegen und durch Frost und Wasser beständig ihre Lage ändern. Nach und nach wird dies jedoch mit der Festlegung der endgültigen Steckenführung verschwinden und durchgängig Kiesbettung verbaut werden.


    Gruß Sven

    Lehrling von Nikolaj Nikolajew Lokomofeilowytsch, der unter einer sibirischen Eiche eine Dampflok aus dem Ganzen feilte... :D

    Einmal editiert, zuletzt von Maschinist ()

  • Hallo Freunde
    Bei uns haben wir cirka 60 cm Wandkies Verdichtet darüber 10 cm Mergel Abgezogen verdichtet Geleise legen und Einschottern .Seit wir das Geleise nur noch Verschraubt Anfertigen
    sind die Probleme Verschwunden. Wir sind daran das Geleise Bett mit Stellriemen Einzufassen .dadurch wird das mähen besser und wir haben weniger Einwuchs im Bett
    Es ist immer von Vorteil ein bis 2 Lehr Rohre zu Verlegen !
    Als wir die Geleise noch Verschweisst gebaut hatten war es immer ein Problem die Geleise in kurven zu Richten!
    Unser Schienen Profil ist Montan Stahl 35 mm Hoch und sehr Stabil !
    Mit den besten Grüssen Hannibal

  • Der Mineralbeton (Farbe wie Tennisplätze) ist nur den Unterbau, der nicht sichtbar ist.

    Wir hatten den Mineralbeton bei unserer ersten Bahnanlage "Schafhausäcker" bis zur Schwellenoberkante, So wäre es natürlich optisch schöner.
    Zum Verständnis: Der Minralbeton kann unterschiedliche Farben haben (je nach Herkunft)
    link: Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.

    Gruss von panki
    *****************************************+