Brückenbau auf öffentlich zugänglichen Anlagen

  • Hallo zusammen,
    meine Frage an alle Betreiber von öffentlich zugänglichen Anlagen:


    Wie verfahrt ihr mit der Statik von Brücken (sofern vorhanden), wenn die Anlage zum einen öffentlich Zugänglich ist und zum anderen mit Publikumszügen befahren wird?


    Wir beginnen gerade in Hamm mit der Erweiterung der Strecke und benötigen dafür eine Brücke, die in Stahl ausgeführt werden soll.
    Manch einer war ja schon bei uns zu Gast und weiß, das es sich um eine öffentliche Parkanlage handelt...


    Danke für eure Anregungen !

    Gruß
    Andreas Siebert :D




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  • Hallo zusammen,


    auf eine statische Auslegung würde ich auf keinen Fall verzichten. Die Gefahren sind einfach zu Groß, sollte etwas passieren. Macht doch einfach einen Übersichtsplan und geht damit zu einem Statiger. Der soll dan das Feintuning machen.


    Gruße


    Rainer

  • Hallo Andreas


    Die wesentlichen Aspekte bei öffentlich zugänglichen Brücken sind meiner Ansicht nach:
    1. Absturzsicherheit. Wenn Kinder darauf herumlaufen, besonders wenn kein Fahrbetrieb herrscht, dürfen sie nicht durch das Geländer fallen können.
    2. Stehhöhe. Auch Erwachsene, die im Zug aufstehen dürfen sich nicht den Kopf stossen können.
    3. Vandalismussicherheit. Auch eine Gruppe von angetrunkenen Fussballfans darf da nichts dran bewegen können. ( Damit ist automatisch auch so viel Masse da, das die Statik kein grosses Problem mehr ist ).


    Als Ausführung würde ich den Brückenkörper aus verzinkten Breitflanschträgern herstellen, die Lauffläche als Gitterrost, dann gibt es nie Probleme mit Rutschsicherheit oder Feuchtigkeitsstau.
    Die Auflagerung auf die Widerlager als Elastomerlager ausführen, dann dröhnt die Konstruktion bei der Überfahrt nicht so sehr. ( Wenn irgendwer Zugriff auf altes Förderband aus dem Bergbau hat, so ist das Zeug prima dafür geeignet)


    Optisch bietet es sich an, das Geländer als Fachwerkkonstruktion, vielleicht sogar nach einem lokalen Vorbild, auszuführen.


    Mit freundlichen Grüßen


    Thomas

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  • Hallo Andreas,
    vor allem das Bauamt der Stadt nicht vergessen. Für solch eine Brücke bedarf es bestimmt einer Baugenehmigung/Anzeige, daher einfach mal formlos anfragen. Wenn ihr die Jungs für euer Projekt begeistern könnt, bekommt ihr auch garantiert positive Unterstützung, wegen der Stabilität und Sicherheitsvorschriften. So kann es euch auch nicht passieren, dass das Amt sich später einschaltet und sich übergangen fühlt, dann können die ganz schon pingelisch werden.
    Grüße
    Wolfgang

  • @ Andreas
    Stichwort: Gebrauchtes Förderband


    Das hab ich mal als Fußbodenalternative für die Werkstatt studiert. Gibt es recht preiswert zB bei
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    Hat den Nachteil, daß es extrem unhandlich beim Transport und Verlegen ist, deshalb hab ich am Ende Gummimatten genommen.
    Wenn jemand Kontrakt zur Landwirtschaft hat...
    Solches Förderband wird auch dort verwendet. Im Landhandel sind die Preise noch niedriger.

  • Das sind ja schon mal eine Menge Anregungen, danke euch!
    Das Bauamt werden wir auf jeden Fall kontaktieren, dann noch einen Statiker finden...

    Gruß
    Andreas Siebert :D




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  • Hallo Andreas


    Probiere doch erst einmal selbst zu rechnen. Das ist kein Hexenwerk.
    Wenn du genormte Teile wie Träger verwendest, kannst du die Belastbarkeit sogar aus der Tabelle abschätzen, Tabellenwert mal Sicherheitsfaktor:


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    mfg


    Thomas

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  • Ich bin mir ziemlich sicher, dass da dies zutrifft:
    Zitat:
    "Für die Ausbildung der Bauwerke gelten im übrigen die jeweils
    gültigen Allgemeinen Rundschreiben Straßenbau der Sammlung
    „Brücken- und Ingenieurbau“, herausgegeben vom Bundesmi-
    nisterium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Abteilung Stra-
    ßenbau, Straßenverkehr."
    Da kommt die DIN 18809 (bzw die äqiuv. EN) ins Spiel.
    Ach so, die Landesbauordnung gilt hier nicht.

    Gruß vom Heizer

    2 Mal editiert, zuletzt von ateshci ()

  • Moin Andreas,


    frag doch mal bei den Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. oder Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. nach
    beide Vereine haben sehr professionelle Brücken auf ihren Anlagen.

    "Man kann den Wert einer Sache daran messen, wieviel Zeit man sich dafür nimmt!"


    Grüße Andreas

  • Zitat von Thomas

    Die Auflagerung auf die Widerlager als Elastomerlager ausführen, dann dröhnt die Konstruktion bei der Überfahrt nicht so sehr.

    Hallo Thomas,



    wenn eine Modellbrücke sogar die Geräusche einer großen
    Brücke imitieren kann, dann soll man sie das auch machen lassen. :thumbsup:
    Ich mag das Geräusch, wenn ein Schienenfahrzeug über eine
    Stahlbrücke fährt.


    Gruß Dirk

    M.A. Verick:
    Die gefährlichsten Massenvernichtungswaffen sind die Massenmedien. Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen, und ersetzen diese mit Angst, Misstrauen, Schuld und Selbstzweifel.

    Einmal editiert, zuletzt von 65 1002 ()

  • Hallo Dirk,
    entscheidend ist aber, ob es die Anwohner mögen... ;)


    Schöne Grüße...
    Kristian

    Ja Kristian, genau das ist unser Problem. Wer die Lage kennt weiß, das wir uns kein "Original"geräusch leisten können:-) Aber eine Hürde ist schon genommen: Wir brauchen keine Baugenehmigung ;-)

    Gruß
    Andreas Siebert :D




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  • Bei den Plochingern stellt sich dieses angenehme "Brückengeräusch" m. E. immer dann ein, wenn des Gleis in Beton gebettet ist. Nicht nur auf den 2 Betonbrücken.


    Siehe meinen Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. ab Minute 3:55. Dort sind wir in Plochingen unterwegs. Deswegen: Lautsprecher aufreißen und horchen! :whistling:


    Grüße


    Harald

    Viele Grüße,


    Harald
    ________________________________________________


    "Sicheres Auftreten trotz vollkommener Ahnungslosigkeit."

  • Moin Andreas,


    nun habe ich mich nochmal mit Eurer Brücke befasst. Auch wenn ich die Spannweite,
    ob eingleisig oder zweigleisig nicht kenne schlage ich folgende Bauweise im Groben vor
    ggf. müssen dann halt noch Pfeiler her.


    Der Länge nach zwei I-Träger DIN EN 10 024 die die Nutzlast plus Eigengewicht plus
    Sicherheit aufnehmen können. Diese können auf einer Seite einem Rollenlager und in
    dem anderen Widerlager fest gelagert werden.


    Auf den Hauptträgern wird mit kleineren I-Trägern quer dazu dann die Basis für den
    Fahrweg erstellt. An die kleinen I-Träger kommen seitlich außenherum U-Stahl EN 10 025
    dieser hält dann auch das Geländer.


    Auf den I-Träger könnte der Fahrweg aus verzinktem Industrie-Gitterrost 30/30 erstellt
    werden diese bieten eine gute Rutschsicherheit. Oben drauf dann das Gleis fliegen verlegt
    und nur gegen unbefugtes anheben gesichert.


    Zur Verringerung des Schalls solltet Ihr die Bauteile voneinander entkoppelt am besten mit
    einer dicken Gummiauflage in breite der Schwellen zwischen Gleis und Gitterrost ggf. auch
    noch unter den Lagern am Widerlager.


    Für den Fall das die Brücke, wenn kein Fahrbetrieb ist, nicht betreten werden soll kann für
    beide Seiten noch ein abschließbares Gitter zum ein- und aushängen zwischen den Geländern
    angebracht werden. Das haben die Neuöttinger glaube ich auch gemacht.


    Vielleicht findet Ihr einen Metallbauer in der Umgebung Euch sponsernden und ein wenig hilft.


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    "Man kann den Wert einer Sache daran messen, wieviel Zeit man sich dafür nimmt!"


    Grüße Andreas

  • Hallo Andreas.


    die Idee mit dem abschließbaren Gitter zum Ein- und Aushängen
    ist gut, die gefällt mir. Was hältst du davon, zwischen den Längsträger und den Querträger
    zur Geräuschdämmung etwas Antirutschgummi zu legen?
    Das sollte die Geräuschbildung sicherlich um einiges bremsen.


    Gruß Norbert

  • Bauamt habe ich kontatktiert. Eine Baugenehmigung ist nicht erforderlich. Das ist ja schon mal gut... Aber eine Statik muss sein.


    Mit den Vorschlägen, die ich von euch erhalten habe kann es ja was werden :-)

    Gruß
    Andreas Siebert :D




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  • Was hältst du davon, zwischen den Längsträger und den Querträger
    zur Geräuschdämmung etwas Antirutschgummi zu legen?

    Hallo,


    dann ist aber fraglich, wie man eine ausreichend feste Verbindung zwischen den Trägern ausführen kann. Auch so bleibt noch viel Schall emittierende Fläche übrig (all die Querträger), deshalb eher Schallentkopplung zwischen Tragkonstruktion und Gleisen.


    Vielleicht wäre es überhaupt effizienter, auf der Brücke ein ordentliches Kiesbett zu legen. Allerdings erhöht das beträchtlich die Belastung und somit die Kosten der Brücke (von etwaigen Rostproblemen unter dem Kies mal abgesehen).


    Schöne Grüße...
    Kristian

  • Hallo ich empfehle die frei tragende Länge einfach mit 4 facher Sichrheit auszulegen und die beiden Träger erst mal grob als statisch anzusehen das heißt Flächen und Punktlast annehmen und nen normalen Biegebalken rechnen. Als Faustformel kann die in der Architektur geläufige grob dimensionierungsformel Länge (mm) /25 = Balkenhöhe (mm) angewendet werden .
    Wenn das errechnet ist sollte mal über holzschwellen nachgedacht werden diese reichen in der Regel zur Geräuschentkopplung..


    Gruß Christian

    Christian


    *** Bodo Wartke sollte man kennen ***


    CNC-Plasmaschneiden/Laserschneiden Mail genügt!
    ch.Uhlich(at)gmx(Punkt)de :D

  • So sieht unsere Brücke in Volkach aus. Auch das Geräusch ist gigantisch,so wie es sein soll.
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    Gruß Ralf Th

    Dateien

    Gruß aus dem Badischen
    Ralf



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