Haftpflicht Versicherung

  • Ich kenne die Vorschriften nicht im Wortlaut - aber man bewegt sich hier tatsächlich in einem nicht genau definierten Bereich. Einerseits kann die Überschreitung der max. Geschwindigkeit von 6 km/h eine zusätzliche Versicherung erfordern, wenn die Vorgaben für Kraftfahrzeuge und Personentransporte zur Geltung kommen.
    Andererseits könnten Versicherungen sich auch bei Fahrzeugen unter 6 km/h selbst "rückversichern", indem sie spezielle Gutachten für diese Fahrzeuge einfordern.


    Relativ einfach ist die Klassifizierung einer personentragenden Gartenbahn als "Karussell" mit einer maximalen Geschwindigkeit von 1 m/sek(das sind etwas mehr als 3 km/h). Werde mich bei Gelegenheit selbst noch mal genauer erkundigen(Google spuckt auf die Schnelle nichts Brauchbares aus).

    Der Weg ist das Ziel ;)

  • Moin zusammen,


    ich frage mich ernsthaft warum wir hier google und gefährliches Halbwissen bemühen, wo wir doch ausgewiesene Fachleute ( hier insbesondere Wilfried ) haben....

    Gruss
    Hinrich


    Wie soll ich wissen was ich denke bevor ich höre was ich sage ?(

  • Servus Hinrich!


    Da ist ja Wilfried ein Kollege von mir, da freue ich mich aber sehr! :thumbsup: .
    Ich war immerhin 43 Jahre in diesen Bereich tätig und meine da schon
    mehr als nur ein Halbwissen zuhaben, falls ich da auch damit gemeint war?.
    (Wenn es jemanden interessiert kann ich da über meine Tätigkeitsbereich per PN
    oder Email genauere Auskunft darüber geben ^^ )



    Übrigens ist noch immer nicht genannt worden, was das versicherte Risiko
    bei dieser Haftpflichtversicherung ist (auch nicht im genannten Schreiben).
    Die Eisenbahn selber kann ja nicht versichert sein,
    sondern höchstens der Schaden an Sachen oder Personen die durch den Betrieb der Bahn
    entstehen könnte. Da aber auch nur dann, wenn durch den im Vertrag genannten Betreiber
    am zustande kommen des Schadens ein Verschulden trifft.
    Eine Erfolgshaftung ist normal ausgeschlossen.
    Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.


    Das jetzt einmal genau zu wissen wäre einmal der erste Schritt
    um Klarheit über den Vertrag zu bekommen.
    Sonst sagt der gar nichts aus! Daher auch der Hinweis von mir auf die Vertragsklauseln. :D

    Viele Grüße
    Willy

    Einmal editiert, zuletzt von Willy ()

  • Hallo Dampfbahner,
    gibt es eventuell länderbezogene Unterschiede zwischen den Haftpflichtversicherung. Hier im Forum sind wir doch Multikulturell und da kommen vielleicht die unterschiedlichen Ansichten zu Stande.
    Grüße
    Wolfgang

    † 2017

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang Weißert ()

  • Moin,


    um es mal klar zu sagen - einen Haftpflichtversicherungsvertrag braucht per se kein Mensch, es sei denn, dass der Gesetzgeber vorschreibt, dass ein solcher bestehen muss, um eine Sache in Betrieb zu nehmen oder eine Tätigkeit auszuführen.


    Jede Person, die handelt oder auch etwas unterlässt, kann dritten einen Schaden durch diese Tätigkeit zufügen. Das sind in aller Regel Personen-, Sach- und/oder Vermögensschäden. Derjenige, der das schuldhaft macht, ist gegenüber dem/den dritten in der Bundesrepublik Deutschland auf Grundlage des Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. zur Wiedergutmachung des Schadens in voller Höhe verpflichtet. Die gesetzlichen Grundlagen können in anderen Staaten andere sein.


    Wer also nun der Auffassung ist, dass es durch sein Tun oder Unterlassen zu Schäden kommen kann, die in ihrer Auswirkung für ihn selbst oder andere (beispielsweise Geschädigte - diese Sichtweise ist unter sozialen Gesichtspunkten sehr nobel) existenzbedrohend sind, der ist gut beraten, einen entsprechenden Haftpflichtversicherungsvertrag mit einem Versicherungsunternehmen seiner Wahl abzuschließen.


    In meiner langjährigen Praxis als Schadensregulierer im Außendienst bin ich aber mit einem Budget von 2.000,00 DM/1.000,00 € je Schadenfall (ausgenommen Personen- und Vermögensschäden) sehr weitgehend ausgekommen. Die genannten Summen deckten etwa 80 % der Schäden ab, die insgesamt duch die Gesellschaft zu regulieren waren.


    Und nun wäre es sehr angenehm, wenn alle mal wieder auf den Boden der Tatsachen fänden und sich mit den Grundlagen ihrer Freizeitbeschäftigung derart auseinandersetzten, dass schuldhaftes und/oder vorsätzlich falsches Handeln ausgeschlossen ist.


    Übrigens sind Versicherungsgesellschaften nach allem, was bekannt ist, ausdrücklich keine karitativen Vereinigungen sondern auf die Erzielung von Gewinnen aus ihrer Tätigkeit ausgerichtete Unternehmen. Das sollte man berücksichtigen, auch wenn man einen Haftpflchtversicherungsvertrag abgeschlossen hat.


    Noch etwas zum Nachdenken - eine Versicherung ist immer ein Versprechen - nämlich etwas dann in einer vorher vereinbarten Weise zu tun (eine versicherte Leistung zu erbringen), wenn etwas eintritt (ein versichertes Ereignis an einer versicherten Sache) und vorher Pflichten erfüllt wurden (vorvertragliche Anzeigen, Beitragszahlungen und andere ...). Mitunter ist es ja hilfreich, auch mal im Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. nachzusehen und/oder auch "das Kleingedruckte" zu lesen und sich im Zweifel erklären zu lassen - letzteres sollte der Versicherungsfachmann (BWV) und der Versicherungskaufmann aufgrund der gehabten Ausbildung durchaus können - hoffe ich mal.



    Grüße Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Dampfspieler ()

  • Hallo zusammen,


    es ist eigentlich alles gesagt - aber noch nicht von allen (grins).
    Sorry, ich wusste nicht, dass hier so hochkarätige Fachleute beisammen sind.
    Aber ich dachte, ich könnte mir Grundlagenwissen über die allgemeine Haftpflichtversicherung ersparen.
    Zumal ich das in diesem Forum vor geraumer Zeit schon mal ausführlich behandelt hatte.
    Dem interessierten Leser lege ich nah, einmal die Bedingungen der (hoffentlich vorhandenen) Privathaftpflichtversicherung (PHV) zu schauen.
    Inbesondere in den § 1 der AHB sowie die Risikobeschreibungen und Besonderen Bedingungen zur PHV.
    Also: die sogenannte Benzinklausel zieht hier nicht, weil unsere Bahnen keine Kraftfahrzeuge sind. Zur Kfz-Definition kann wiederum Wikipedia u. Co bemüht werden. Also spielt bei uns eine 6 km/h-Grenze keine Rolle.
    Und die nur in der Vorsorge-Regelung ewähnten Bahnen zur Beförderung von Personen oder Sachen könnten hier gelten, aber hier sind Eisenbahnen als schienengebundenes Verkehrssystem gemeint.
    Und auch der Vergleich mit einem Kinderkarusell hinkt, da eine derartige Haftpflicht-Tarifposition den gewerblichen Betrieb anspricht.
    Und wir wollen uns hier ja ausschließlich mit dem privaten Betrieb beschäftigen.


    Ich hatte heute ein Gespräch mit einem Kollegen von der R & V, in deren PHV wäre eine Mitversicherung möglich.
    Bei Bedarf stelle ich gerne einen Kontakt her. Ich betone, dass ich dabei keinerlei eigene Interessen habe (also weder verwandt oder verschwägert bin noch Provision o.ä. erhalte).
    Mein früherer Brötchengeber AXA hatte sich ja auch schwer mit einer Mitversicherung in der PHV getan....


    Viele Grüße
    Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

  • Hallo,


    die DEVK hat sich bei mir so geäußert, dass die typischen Haftpflichtschäden versichert seien, solange ich selbst oder versicherte Familienmitgleider mit meiner Bahn fahren. Ich musste allerdings auch erklären, dass ich auf Vereinsanlagen fahre und nicht im eigenen Garten.


    Es wirkte trotzdem etwas schwammig/ ahnungslos. ?( Hoffentlich tritt der Versicherungsfall nie ein...

    Viele Grüße,


    Harald
    ________________________________________________


    "Sicheres Auftreten trotz vollkommener Ahnungslosigkeit."

  • Hallo,


    nach einigen mails mit meiner Versicherung kam heute der Nachtrag für meine Allgemeine Haftpflicht Versicherung. Unter dem Punkt Besondere Vereinbarung wurde folgendes vermerkt:
    Mitversichert ist die gesetzliche Haftpflicht aus dem privaten Betrieb einer per Dampfmaschine angetriebenen Modelleisenbahn im Maßstab 1:10


    Der Betrag der Haftpflicht wurde nicht erhöht.


    Viele Grüße
    Manne

    Gruß aus dem Allgäu

  • Hallo Manfred,


    ist schon mal ein guter Anfang. Ich weiß aber, warum ich solche unnötigen Einschränkungen ablehne.
    Was ist, wenn Du noch eine Lok mit E-Motor in Betrieb nimmst? Oder einen anderen Maßstab?


    Mein Motto: so genau wie nötig und so pauschal wie möglich.


    Viele Grüße
    Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn

  • Hallo Kollegen,


    nun so einfach mit abgedeckt in der privaten Haftpflicht, dass würde ich nicht unterschreiben. Hier sollte man sich die für seine Versicherung gültigen "Haftpflicht-Bedingungen" mal genau durchlesen. Hier kann es schon verschiedene Varianten auf Grund des Alters der Versicherung geben. Wie auch immer, wenn eine solche Lok vom Versicherer als Risiko aufgenommen wird, dann muss dies auch per Nachtrag dokumentiert werden. Ruft den Außendienst des Versicherers an. Der kann sicher auch in dem speziellen Fall Rat geben oder sich in der Haftpflichtabteilung kundig machen.


    Ich konnte meine Lok mit gewissen Einschränkungen versichern.


    Gruß Jürgen

    Einmal editiert, zuletzt von Dampffuchs ()

  • Hallo,


    nach Rückfrage bei der DEVK-Hauptstelle in Köln bekam ich ein Schreiben, dass meine private Haftpflichtversicherung Schäden gegen Personen, welche durch meine Lokomitive (personenbefördernde Gartenbahn) auf Vereinsanlagen verursacht wurden, deckt. Eine Einschränkung auf Dampf- oder E-Lok besteht dabei nicht. Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass nur der Besitzer der Lokomotive diese auch selbst fährt.

    Viele Grüße,


    Harald
    ________________________________________________


    "Sicheres Auftreten trotz vollkommener Ahnungslosigkeit."

  • Liebe Foristi,


    wir wollen für unsere neue Bahn eine Betriebshaftpflicht abschließen. Nachdem wir hier das rechtliche Für und Wider wahrscheinlich hinreichend erörtert haben, kann vielleicht ein Vereinsmitglied oder Firmeninhaber mal eine etwaige Zahl ansagen, was man so einkalkulieren muss? Im Raum stehen bei meiner angefragten Versicherung für max. 10 Mitarbeiter bei 3 Loks ein Mindestbeitrag von 520 EUR p.a. für 3 Mio pauschal Sach-, Personen und Vermögensschäden. Ist das OK oder sollte ich da weitersuchen? Danke für jeden Hinweis,


    Herzliche Grüße vom Leipziger, der in Droyßig baut ;-)

  • Servus L.


    Also ich weiß, daß es nicht so gravierende Unterschieden bei der Prämie gibt wenn man um einige Millionen
    mehr nimmt. Es kommt natürlich auf den Umfang des Risikos an.(also was kann im schlimmsten Fall passieren)
    Bei der KFZ Versicherung ist natürlich das Risiko wesentlich Höher (z.B. wenn ich an einen Bahnübergang
    eine Zug zum entgleisen bringe und es 100 Verletzte oder gar Tote gibt) als bei einer Gartenbahn.
    Es würde also nicht viel teurer werden!

    Viele Grüße
    Willy

  • Guten Morgen, bei den Autos haben wir 2 Mio zweifach, deswegen dachte ich 3 Mio zweifach wäre OK; das mehr kann ich ja nochmal hinterfragen. Aber wie ist der Grundsatzbeitrag Mindest 520? Was zahlen andere Vereine so?


    Beste Grüße vom Leipziger

  • Hallo Leipziger,


    sollte günstiger hinzubekommen sein.


    Gib mir mal alle Risikoangaben (Firmen-Name/Rechtsform, Umsatzerwartung, nur Bahnbetrieb oder auch Verkauf von Speisen und Getränken usw.), dann kann ich mal bei meinem bisherigen Brötchengeber nachfragen.


    Viele Grüße
    Winfried

    Ich fahre auf Spur 7 (Regelspur) oder auf Spur 5 mit der Feld- und Waldbahn