Baubericht SBB-Krokodil Be 6/8

  • Hallo Modellbauer,
    ich habe ein Modell des legendären SBB-Krokodils im Maßstab 1:11 (Spurweite 5 Zoll) gebaut. Wenn im Forum Interesse bestehen sollte, könnte ich einen kurzen Baubericht mit Fotos schreiben. Das Modell ist sehr detailliert und vorbildgetreu. „Geschummelt“ habe ich bei den Antrieben. Ich habe aus den Erfahrungen mit meiner E 7710 gelernt. Dort arbeite ich vorbildgerecht mit je einem Motor vorn und hinten, deren Kraft über die Stangen auf die Treibräder übertragen wird. Das führte bei starker Belastung schon mehrfach zum Lockern der Treibzapfen. Um dies zu verhindern, habe ich beim Krokodil jeder Treibachse einen eigenen Motor spendiert, insgesamt also 6 Motoren. So wird die Kraft direkt übertragen. Die Stangen und die Zapfen müssen kaum noch Kräfte übertragen, wodurch ihre Standzeit deutlich verlängert wird. Die Zeichnungen des SBB-Krokodils Be 6/8 und die ausführliche Bauanleitung wurden bereits im Neckar-Verlag veröffentlicht (Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.) . Bei Bedarf könnte ich auch auf spezielle Detailfragen eingehen. Besteht Interesse an einem Baubericht?
    Joachim


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    Fahre BR24, E77, ET 188 521, V23 und SBB-Krokodil Be 6/8, siehe Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.

  • Hallo Joachim


    Ja, bitte schreibe einen Baubericht mit vielen Fotos. Ich habe die Pläne in Friedrichshafen am Stand vom Neckar Verlag schon mal in den Händen gehabt. Vieleicht ergibt sich durch die Fotos der Bauphase ob so ein Projekt auch ohne eigene Drehbank oder Fräsmaschine möglich ist.


    Gruss
    Felix

  • Hallo Modellbauer,

    da offensichtlich Interesse besteht, will ich heute mit dem Baubericht beginnen.

    Zuerst ein paar allgemeine Bemerkungen. Das Modell des SBB-Krokodils Be 6/8 III habe ich im Maßstab 1:11 gebaut. Dabei ergibt sich eine Gesamtlänge über Puffer von 1837mm. Eine so große Lokomotive lässt sich nur schwer transportieren. Deshalb habe ich das Modell so konstruiert, dass es ohne Werkzeug mit wenigen Handgriffen für den Transport zerlegt werden kann. Die Maschine besteht aus drei Hauptteilen: Je ein vorderes und ein hinteres Triebdrehgestell (im Wesentlichen baugleich) und dem Führerhaus. Zum Transport wird oben auf dem Führerhaus eine Rändelmutter gelöst und das Führerhaus nach oben abgehoben. Jetzt kommen die darunter liegenden Batterien zum Vorschein. Nachdem die Batterien ausgebaut wurden, werden zwei Flügelmuttern gelöst und das Führerhausunterteil nach oben abgezogen. Jetzt sind auch die beiden Triebdrehgestelle frei und können transportiert werden. Alle Kabelverbindungen sind über leicht lösbare Steckverbinder realisiert, so dass auch diese Verbindungen schnell und ohne Werkzeug gelöst bzw. wieder verbunden werden können. Auf dem Foto ist das Führerhaus abgenommen, der Rest aber noch verbunden. In der Mitte ist der Gewindebolzen zu sehen, der mit der Rändelmutter das Führerhaus hält. Rechts und links davon sieht man die beschriebenen Flügelmuttern und zum Teil auch die Steckverbinder.

    Bezüglich des Antriebes habe ich etwas – bezogen auf das Original – geschummelt. Im Original sitzt in jedem Triebdrehgestell je ein Motor, der über die Stangen die Treibräder antreibt. Da ich mit der Standfestigkeit der Treibzapfen in den Rädern bei einer anderen Lokomotive schlechte Erfahrungen gemacht habe, habe ich das Antriebskonzept geändert. Jede Treibachse hat nun ein eigenes Getriebe mit je einem eigenen Motor – also insgesamt 6 Motoren. Diese treiben die Achse direkt an. Somit werden über die Stangen nur noch minimale Kräfte übertragen, was sich auf die Standfestigkeit bestimmt positiv auswirkt. Details zu den Antrieben berichte ich beim nächsten Mal.

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  • Hallo Willy,


    die Steckverbinder zwischen den Lokomotivteilen sind von der Firma WAGO. Zum Beispiel den zweipolige Stecker findest Du bei Reichelt unter der Bestellnummer WAGO 890-112.

    Die Akkus sind je 12V, also insgesamt 24V.

    Viele Grüße!

    Joachim


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  • Hallo Joachim,

    tolle Lok ist das geworden. Auf die Details zu den Antrieben bin ich jetzt schon gespannt. 6 Motoren ist ja mal 'ne Hausnummer. Welche Motoren hast Du verwendet, wie stark sind sie untersetzt, welche Steuerung hast Du gewählt? Könnte ganz schön eng geworden sein in den Drehgestellen.

    Freue mich schon auf weitere Berichte.

    Viele Grüße

    Detlef

  • Hallo Modellbauer,

    heute will ich mich den Antrieben widmen. Wie bereits erwähnt, bekommt jede Treibachse einen eigenen Antrieb. Jeder dieser Antriebe federt über die Radlageraufnahme im Rahmen, gegen Torsion sind die Antriebe über die Getriebeflansche beweglich mit dem Rahmen verbunden. So können die Antriebe gut einfedern, sich aber auch in den Radlageraufnahmen seitlich bewegen. Das ist wesentlich für den Kurvenlauf.

    Zwischen den Rahmenwangen steht nur ein innerer Abstand von 81,75mm zur Verfügung. Demzufolge muss das Getriebe sehr schmal sein, denn es muss sich wegen der Kurvengängigkeit auch noch seitlich bewegen können. Demzufolge habe ich das Getriebe 61mm breit gemacht. So ist genug Seitenspielraum vorhanden. Als geeigneten kleinen, doch leistungsfähigen (und billigen) Motor fand ich bei Pollin den OKIN EP 101.527. Der hat zwar nur 80W, aber bei der Untersetzung und sechs baugleichen Antrieben konnte ich kein Leistungsdefizit feststellen. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei ca. 7 km/h. Das Getriebegehäuse ist denkbar einfach zusammengeschraubt. Aus Platzgründen habe ich mich für ein Schneckengetriebe entschieden. Diese Getriebeart ist weger der Selbsthemmung nicht besonders beliebt, hat sich aber bewährt. Die Lok lässt sich trotz Schneckengetriebe problemlos schieben und rollt niemals von alleine weg. Nachfolgendes Bild zeigt den Aufbau ohne Getriebeabdeckung.


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    Für einen ruhigen Lauf der Maschine ist es nicht gut, wenn alle Treibachsen seitenverschiebbar sind. Wenigsten zwei sollten die Richtung vorgeben. Deshalb habe ich jeweils bei der mittleren Treibachse das Seitenspiel aufgehoben, indem ich beidseitig je einen Seitenbegrenzungsring auf die Treibradachse gesteckt habe. Auf die Treibradachse wird nachfolgend beidseitig je eine Radlageraufnahme aufgesteckt.

    Die anderen vier Treibachsen werden ohne Seitenbegrenzungsring montiert. Durch diese Seitenverschiebbarkeit der jeweils ersten und dritten Treibachse erreiche ich eine sehr gute Kurvengängigkeit (theoretisch unter 6 m Radius). 6 m Radius konnte ich nicht testen, aber bei mir läuft die Lok auf Gleisen mit 9 m Radius ganz problemlos.

    Bleibt noch die Frage wie die Radscheiben auf die Treibachsen kommen. Ich habe für eine Montage mit Spannringen entschieden, wie es von Herrn Aulhorn in „Gartenbahnen“ 4/2013 beschrieben wurde. Voraussetzung sind exakt gearbeitete Achsen, geschliffen und gehärtet. Nachfolgendes Bild zeigt das komplette Getriebe mit Spannringen.


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    Nun hat nicht jeder die Möglichkeit zum Schleifen und Härten. Deshalb ist als Alternative auch der Einsatz von Spannsätzen möglich. Diese stellen nicht ganz so hohe Forderungen an die Passgenauigkeit. Mehr dazu in der oben genannten Veröffentlichung des Neckar-Verlages.


    Aber es gibt ein aktuelles Problem. Ich musste feststellen, dass der Motor zumindest momentan nicht mehr verfügbar ist. Deshalb habe ich ein alternatives Getriebe mit dem Motor UNITE MY6812 entworfen. Der Motor ist deutlich teurer, hat aber eine Leistung von 150W (mal 4 = 600W!) und ist im Durchmesser 9mm größer. Trotzdem konnte ich die Getriebebreite bei 61mm belassen, so dass keine Einschränkungen bei der Seitenverschiebbarkeit auftreten. Lediglich das Abfangen der Torsionskräfte am Getriebeflansch hat sich geändert. Beim kleinen Motor wurde einfach ein Rundstahl von der einen Rahmenwange, durch die Getriebeflansche zur anderen Rahmenwange gesteckt und verschraubt. Das geht nicht mehr, der Motor ist im Weg. Deshalb müssen beidseitig in die Rahmenwangen Gewindebohrungen M6 eingebracht werden, in die in der Länge passende Schauben eingedreht werden, die die Getriebe halten.


    Eine letzte Anmerkung:

    Feinde des Schneckengetriebes haben mich angetrieben,
    über eine weitere Alternative nachzudenken. Entstanden ist der Entwurf eines
    weiteren Antriebes, aber mit Stirn- und Kegelzahnrädern. Das Getriebe ist auch
    für etwas höhere Geschwindigkeiten ausgelegt (ca. 10 km/h). Nachteilig dabei
    ist, dass die Getriebebreite auf 64 mm vergrößert werden musste. Das reduziert
    die Kurvengängigkeit etwas, sollte aber trotzdem ab einem Radius von 9 m
    ausreichen. Diese Antriebe existieren bisher nur im Computer, ich habe sie noch
    nicht aufgebaut.


    Alles klar? Noch Fragen?


    Viele Grüße!


    Joachim

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  • Hallo Wolfgang,


    die Radscheiben haben ein Nabenmaß von 19,2 mm. Die Achsen haben je zentrisch eine Gewindebohrung M 2,5. Nach der Montage verschwinden die Spannringe ganz in der Radscheibe und ich decke das Ganze mit einer Deckscheibe ab, die zentrisch mit einer M 2,2-Senkschraube gehalten wird. Aber Skizzen sagen mehr als viele Worte:


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    Viele Grüße!

    Joachim

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  • Hallo in die Runde. Ich habe die Pläne vom SBB Krokodil im Neckar-Verlag erworben und bin dabei die ersten Teile zu bearbeiten.

    Ich melde mich mal zu dem Thema Spannringe.

    Bei meiner CFL-450 habe ich einseitig einen Presspassung und die andere Seite einen Innenkonus von 20°welcher anschliessend mit einem Gewinde M8 endet angebracht. Die Länge des Radsitzes wurde dann 2x auf 90°eingeschnitten. Die nötige Pressung erhalte ich durch eine Imbusschraube bei der am Kopf ebenfals einen Konus gedreht wurde. An der Blindwelle (weil hier der Antrieb ist) ist allerdings beidseitig 1 Keil inklusive Presspassung angebracht. Die Idee hat mir vor Jahren ein Aussteller auf der Messe in KA gegeben. Ich habe jetzt schon viele Kilometer ohne Probleme damit gedreht. Dies werde ich auch beim SBB Krokodil so bauen.


    Gruß, Marc

  • Hallo zusammen,

    da ich vor ein paar Tagen erst so eine Welle -Nabe - Verbindung, wie von Marc (Timsch) oben beschrieben, hergestellt habe, hänge ich zum besseren Verständnis mal eine Zeichnung an.

    Auf der Zeichnung ist ein Treibzapfen zu sehen, der durch eine konisch gedrehte Inbusschraube aufgeweitet und so im Rad befestigt werden kann.

    Gruß Uli


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  • Hallo zusammen,


    ich habe diese Art der Welle-Nabe Verbindung mit geschlitztem Wellenende und Konusschraube 2010 auf der Modellbaumesse in Köln gesehen, ich meine es war an der 81 von Thomas Adler. So habe ich es auch für die 01 vorgesehen. Ich war mir nicht ganz im Klaren über die Geometrie (Konuswinkel, Schlitzbreite usw.). Da wurde ich bei Norelem fündig. Die haben Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen. im Programm, von denen ich die Geometrie abgekupfert habe. Wir haben zwar die Teile (Achsen, Treib- und Kuppelzapfen) noch nicht ganz fertig, aber die Rohteile sind schon vorbereitet.

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    Wenn die Teile fertig sind, werden wir sehen, ob es funktioniert.


    Viele Grüße

    Mathias

  • Hallo Modellbauer,

    heute beginnen wir in dieser Baubeschreibung das Krokodil zusammen zu bauen. Wie bereits dargelegt, sind beide Triebdrehgestelle mechanisch baugleich. Der Rahmen besteht aus den 8 mm starken Rahmenwangen und mehreren Rahmenverbindern. Zusammengeschraubt ergibt sich eine stabile Grundeinheit. In die Ausschnitte, die später die Antriebe aufnehmen, sind U-förmige Lagerführungen aus Messing eingeklebt. Ursprünglich wollte ich diese verschrauben, bin aber davon abgekommen. Eine Klebeverbindung reicht, denn wo soll das U-Messing hin „verschwinden“, wenn alles montiert ist? Es muss auf scharfe Innen-Kanten des U-Messings geachtet werden (und ggf. etwas nachgefräst werden), damit das Abstandsmaß stimmt und später die Radlageraufnahmen klemmfrei gleiten können. Am Einfachsten überprüft man das mit einer fertigen Radlageraufnahme.


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    Als nächstes werden die Federn und die Ausgleichshebel angefertigt, aber noch nicht montiert. Diese haben keine federnde Funktion, sie diesen nur optischen Zwecken und sichern die Antriebe gegen Herausfallen nach unten. Die Federung der Antriebe übernehmen je Seite drei Spiralfedern. Diese greifen in Vertiefungen im Rahmen und in den Radlegeraufnahmen ein und sind so fixiert.



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    Die Pufferbohle vervollständigt die Triebdrehgestelle. Dazu ist nichts Besonderes anzumerken, die einzelnen Elemente wie Puffer, Zughaken, Zughakenführung usw. wurden schon ausreichend oft beschrieben.



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    Nun fehlt noch die Laufachse. Diese ist eine eigene Einheit mit eigenem Rahmen. Auch hier kommen wieder die gefederten Radlageraufnahmen zum Einsatz. Der Schneeräumer und die Schürze gehören ebenfalls zur Laufachse. Die gesamte Laufachse endet in einer Deichsel, welche von unten an den Rahmenverbinder seitenbeweglich angeschraubt wird.


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    Ich hoffe die Bilder sind Erklärung genug, anderenfalls einfach fragen.


    Joachim

    Dateien

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  • Moin miteinander Ihr "Piraten",


    ich hatte mich auf die Fortsetzung des Bauberrichts zum Krokodil von Joachim gefreut, und was passiert hier seit vergangenem Sonntag - "Piraten" haben aufgeentert und ergehen sich auf einer fremden "Spielwiese" - schauderhaft.


    Seid Ihr wirklich der Meinung, dass Joachim dadurch bestärkt wird, "ins Detail" zu gehen? Ich glaube es kaum, aber es ist ja möglich, dass ich ein falsches Verständnis davon habe, was ein "Baubericht" ist.
    Leider sind die in letzter Zeit tatsächlich eher rar.


    Übrigens verbitte ich mir ausdrücklich Antworten zu diesem Posting in diesem Trööt, damit der nicht noch weiter leidet, werde aber auf PN (Konversationen) und e-mail zum Sachverhalt gerne antworten.


    In der Hoffnung dass Joachim weitermacht und ich interessante Einblicke in seinen Krokodil-Bau bekomme


    Dietrich

    Feinblechner können machen aus feinen Blechen feine Sachen.