Präsentationsgleis Spur 5

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  • Hallo,
    nachdem ich fast vor einem Jahr eine Anfrage nach einem Präsentationsgleis oder Teile dafür hier im Forum gestellt hatte (Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.), kam ich zu dem Schluß, "gibt's nicht - mußte selber machen". Im Laufe des letzten Jahres begann ich dann mit der Anfertigung der Schienen. Es sollte nach dem Vorbild S49 sein, was ich dann aus Baustahl in 1m Stücke wie man so schön sagt aus dem Vollen schnitzte. Also auf der Fräse dann bearbeitet.
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    Dank einiger Zeichnungen vom Oberbau, speziell Weichen, ging es dann an das Kleineisen. Brauche ich ja auch. Die Schienen müssen vorbildgetreu auf den Schwellen befestigt werden.


    Die Rippenplatten waren dann die nächste Aktion. Auch hier habe ich Baustahl verwendet, das ich zunächst auf Maß, später dann Profiliert mit 1:40 Neigung und quer zu den Rippen Schwalbenschwanzausfräsungen für die Hakenschrauben HS16 . Um die Bohrungen für die Schwellenschrauben gleichmäßig zu bohren, mußte ich mir eine Bohrvorrichtung anfertigen. 56 Rippenplatten mit je 4 Bohrungen, alle anreissen, körnen, bohren - das wollte ich mir nicht antun.


    Klemmplatten Kpo5 waren als nächstes dran. Eisen 100mm lang, mein Schraubstock hat 100er Backenbreite, wurde entsprechend dem Profil gefräst und abgelängt. Danach die Bohrung für die Hakenschraube. 102 Stück.


    Die Überlegung: wie machst Du das mit den Schrauben und Muttern? Gegoogelt, wieder nix passendes gefunden. Also wohl auch hier - selbermachen. Auf meinen großen Maschinen? Nee, geht garnicht. Da ist mir dann e... Kleinanzeigen sei Dank eine Boley Größe 2 HME zugeflogen. Eine kleine prof. Tischdrehbank mit Handhebelsupport. Spannzangen waren auch dabei. Genau die richtige Maschine um so ein fizzel Kram zu machen.
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    Hakenschrauben HS16-65 aus 5mm Automatenstahl gedreht. Länge 8,3mm mit M2,3 Gewinde versehen. Die passenden Mutter dazu aus Sechskantmaterial, gedreht, gebohrt und Gewinde geschnitten.


    Hochspannende Federringe FE6, fängt im Internet angeboten erst so bei M5 oder M6 an, aber passend für M2,3? Wie soll das gehen? Querschnitt 6x10mm im Original. Nach suchen und probieren mit diversen Drähten, Kupferdraht- ist zu weich, Stahl Bindedraht zu dick, bin ich schlußendlich auf 0,8mm Schweißdraht gekommen, den ich auf einer Walze auf 0,6 mm ausgewalzt habe. Kurze Stücke, so um 50cm lang. Auf meiner Hobbydrehmaschine von Wabeco habe ich den Draht auf einen Dorn von 2,3mm gewickelt, 2,5 Umdrehungen, aber den Draht hochkant. Ohne dass er umknickt bedurfte es einer genauen Führung direkt am Wickel. Abkneifen, ausspannen, wieder einrichten und auf ein Neues. Die langen Enden wurden später bis auf den gebogenen Teil gekürzt.


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    Die Einlage, Dämpfungsplatte habe ich aus Pappelfurnierstreifen geschnitten.
    Die Schwellenschrauben konnte ich von johofi.com zukaufen.


    Da ich ja nur Schienen angefertigt hatte, die 1m lang sind, ich aber eigentlich 2m Präsentationsgleis haben wollte, geht die Geschichte weiter. Die Schienenstücke müssen verbunden werden.
    Also Laschen machen. Zeichnung hatte ich. Aus Baustahl ST37 gefräst, mit Aussparung für Schraubenkopf und Mutter, die Schrägen 1:3 für Schienenkopf und Fuß und die entsprechenden Rundungen. Gebohrt, fertig. Diesmal brauchte ich Vierkantkopfschrauben als Laschenschrauben Ls1. Automatenstahl rund 6mm abgesetzt auf 2,5mm und M2,5 Gewinde aufgeschnitten. Den Kopf habe ich später zum vierkant gefräst. Die Kopfrundung 12mm habe ich mit einem Formstahl übergedreht. Bei den Laschenschrauben wurden Bundmuttern verwendet. Also wieder selber machen.


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    Die Schwellen habe ich aus Eschenholz geschnitten, mit einer Messingrundbürste bearbeitet. Ölbeize Ebenholz und hellgrau sorgten für die nötigen Gebrauchsspuren.



    Wie das Ganze jetzt aussieht, seht her:
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    Wie geht es jetzt weiter?


    So blank kann es nicht bleiben. Muß noch ein wenig gealtert werden. Mit EisenIIIChlorid habe ich schon gute Erfahrung gemacht (Schienenstück).
    Und das Ganze muß auf eine Platte gebracht werden, damit das Gleis auch eingeschottert werden kann. Und dann ist fertig. Das finale Bild wird dann noch folgen.
    Ich hoffe dieser kleine Beitrag gefällt. Meine Absicht: Mit Wagen und Lok weiterzumachen. Also es wird noch was kommen - kann nur dauern.


    Gruß
    Uwe

    Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es nocheinmal zu machen. [ . . . Murphys Gesetze].

  • Hallo Uwe,
    diesen immensen Aufwand für ein Präsentationsgleis treibt sicher nicht jeder. Sieht toll aus, Wahnsinn. Wenn die Wagen und die Lok später genauso detailgetreu werden, bin ich jetzt schon gespannt darauf.
    Klasse.
    Viele Grüße
    Detlef

  • Hallo Uwe,


    sieht aus wie echt, nur kleiner. Hut ab vor dieser Fummelarbeit. Du legst ja die Latte ganz schön hoch für das, was auf die Schiene kommt.
    Hast Du Dir schon Gedanken über die Korngröße des Schotters gemacht?


    Gruß Wolfgang

  • He Uwe


    Du stehst da mitten af dem Geleise und machst ein Foto? Das ist doch gefährlich!! :D
    Nein, superschöne Arbeit, gefällt auserordentlich.


    Gruss Dani

    Feldbahnmässiger Regelspurbetrieb mit elektrischen Dieseldampflokomotiven

  • Hallo Uwe,


    sieht aus wie echt, nur kleiner. Hut ab vor dieser Fummelarbeit. Du legst ja die Latte ganz schön hoch für das, was auf die Schiene kommt.
    Hast Du Dir schon Gedanken über die Korngröße des Schotters gemacht?


    Gruß Wolfgang

    Hallo Wolfgang,
    ich hatte dabei an Diabas 2-8mm gedacht. Habe noch ein paar Eimer davon in der Garage stehen. Reste vom Plattenlegen. Hoffe das passt einigermaßen.


    Gruß
    Uwe

    Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es nocheinmal zu machen. [ . . . Murphys Gesetze].

  • Hallo,

    mir wurden die Prioritäten geändert, mehr Garten als Werkstatt.

    Trotzdem, habe ich noch etwas Bildmaterial, daß ich nicht vorenthalten will.

    Die hochspannenden Federringe Fe6 sollten vorbildgetreu angefertigt werden, der Handel bietet erst ab 5mm. Ich brauche hier 2,3mm. Als Rohstoff nahm ich MIG Schweißdraht verkupfert in der Stärke 0,8mm.

    Die Federringe sind aus flachem Federstahl 6x10mm. Also mit einer Walzvorrichtung habe ich den Schweißdraht auf knapp 0,6mm ausgewalzt.

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    Eine Biegevorrichtung für die Drehmaschine angefertigt, mit einer Führung. Vorschub auf 1mm links. Die Führung muß so dicht wie möglich am Wickeldorn enden, weil der Draht "hochkant" gewickelt wird und nicht umkippen darf.

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    Die langen Enden werden später soweit gekürzt, dass der Federring über bleibt.


    Gruß

    Uwe

    Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es nocheinmal zu machen. [ . . . Murphys Gesetze].

  • Hallo,


    nach langer Pause hier jetzt der Schluss dieses Bauberichts über mein Präsentationsgleis. Ich möchte ja nicht mit Anlagenbau langweilen, aber vielleicht gefallen euch die Bilder.

    Aus einem alten Schlafzimmer geschnittenen Holzbrettern zu einem unten offenen Kasten verleimt und mit einklappbaren Beinpaaren versehen.


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    Auf der Oberseite den Bahndamm vorgeformt


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    Reste aus der Perimeterdämmung waren hier willkommen


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    Nach der Montage der Schwellen und der Beschotterung konnte der Gleisbau beginnen


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    Hier steht es nun im Wintergarten


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    und wartet darauf, dass rollendes Material drauf gestellt wird.


    Über den Verlauf des Projekts werde ich dann in einem separaten Baubericht schreiben und natürlich auch zeigen. Vorweg gesagt: Es wird erst einmal ein bedeckter Güterwagen der Verbandsbauart. Das Rad ist in Fusion 360 gezeichnet, gedruckt und jetzt als Modell in der Gießerei.


    Gruß

    Uwe

    Man hat niemals Zeit, es richtig zu machen, aber immer Zeit, es nocheinmal zu machen. [ . . . Murphys Gesetze].

    Einmal editiert, zuletzt von ral7016 ()

  • Echt Hammer!

    *BEIDE Daumen HOCH*

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!