elektr. Signalantrieb nach Bauart Pintsch

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  • Hallo Formsignalfreunde!

    Bei meinem ersten Gastfahrtag in Schakendorf bin ich als Elektrokundiger vom Kassenwart angesprochen worden, ob ich Denen bei ihrer Signalanlage helfen könnte. Nach einigen Vorbereitungen und Planungen stellte ich dann aus verschiedenen Gründen diese Tätigkeit ein. Bei diesen Vorbereitungen ist bei mir ein elektr. Signalantrieb entstanden, den ich Euch hier vorstellen möchte.

    Um einem wetterfesten und möglichst auch vorbildähnlichen Antrieb zu entwerfen schaute ich in meine Zeichnungssammlung und entdeckte den elektromechanischen Signalantrieb von Pintsch (Berlin), der mir als Vorlage sehr gefiel:

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    Hier ein Ausschnitt mit dem Seitenschnitt und Frontansicht. Vom Motor geht es über ein Getriebe nach unten zur Welle nach draußen, wo dann der Außenhebel drauf kommt. Die Anordnung mit den Außenhebel kenn ich von den Siemensantrieben auch so, da sich die Welle am besten gegen eindringendes Regenwasser abdichten läßt. Im Antrieb befindet sich u.A. ein Haltemagnet, der das Signal in Fahrtstellung hält und es bei Stromausfall in Halt fallen läßt.

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    Hier nun die Anwendungsmöglichkeiten. In den Zweibegriffanwendungen a für Hauptsignale und b für Vorsignale bewegt sich der Hebel um 90° von der Halt- zur Fahrtstellung. Interessant die Dreibegriffanwendung c und d. Bei Hp1/Vr1 geht der Hebel 90° nach rechts und bei HP2/Vr2 nach links. Über die weiteren Hebel wird dann der 2.Flügel bei Linksdrehung mitgenommen und bei Rechtsdrehung nicht. Ebenso bei der Anwendung d wird entweder die Scheibe oder der Flügel mitgenommen.

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    Hier nun der Antrieb an einem Hauptsignal mit Schmalmast.

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    Hier nun meine Umsetzung. die mir fast im Maßstab 1:4 wie die Signale in Schakendorf gelungen ist. Ein Igarashi 33G-312 Getriebemotor (Conrad 244040) läuft mit seiner Übersetzung 17UpM. d.h. 1 Umdrehung in 3,5Sek.. Über ein Getriebe mit 35 und 30Zähnen Bekomme ich dann 4Sek für eine Umdrehung bzw. 1Sek für eine 90° Bewegung. Drehmoment bringt der Motor 300mNm und Spitze 900mNm. Das sollte wohl reichen.

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    Auf einem Kunststoffrad auf der Ausgangswelle sind Magnete eingelassen, die Reedkontakte (Wechsler, C 1205861)als Endabschalter betätigen. Die Anschlußdrähte hier niemals am Glas biegen, da das Glas sofort bricht. Immer mit Zange zwischen Glas und Biegestelle. Als Dioden habe ich hier Avalanche Dioden (1N5060TAP, C 168263) genommen. Diese sind bei kurzzeitigen Überströmen unempfindlicher und überstehen Gewitter besser wie z.B. die 1N4007. In 3D hab ich ein Aufsteckgehäuse gezeichnet und bei Meltwerk in Polamyd drucken lassen. Wegen seiner dicken Wände hat das Gehäuse 90€ gekostet, wo sich noch was abspecken läßt. Das Teil von Hand schnitzen ist auch nicht ganz ohne.

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    Hier nun der Antrieb von vorne mit der Ausgangswelle, die hier mit einem strammen Teflonlager abgedichtet ist.

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    Nun die Antriebsschaltung. An Klemme 1 und 2 wird die Stellspannung angelegt, an 1 +Halt und -Fahrt. An Klemme 3 kann die Haltrückmeldung abgenommen werden. Klemme 4 geht weiter zum Vorsignal, wo das Vorsignal erst nach dem Hauptsignal in Fahrt geht. In Halt laufen Haupt- und Vorsignal gleichzeitig. Nicht eingezeichnet ist ein Brückengleichrichter, welcher die Stellspannung für die Signalbeleuchtung gleichrichtet.

    Wie viele Antriebe von Pintsch gebaut wurden, weiß ich nicht. In Büchen hatte ich ein Pintsch Stellwerk kennen gelernt, wo aber Siemens-Antriebe dran waren. Bei der DDR Reichsbahn liefen diese Stellwerke unter den Namen Gaselan. Vielleicht hat es diesen Antrieb da gegeben. Auf jeden Fall finde ich Ihn für unsere Zwecke interessant. Man könnte Ihn sogar oben, von hinten direkt auf die Flügelachse setzen wo er der "Spielfreude" der Besucher etwas entzogen ist.

    Gruß Gerd