Rangieren

  • Hallo


    Geht das wirklich so rabiat zu?

    Oder ist es der Beleg, daß das traditionelle Rangieren nichts für Leute mit schwachen Nerven ist?


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    Gruß

    Johannes

  • Moin!


    Das sieht mir eher nach Ablaufbetrieb aus... Und normalerweise kommen die Wagen auch nicht so schnell an, aber es passiert halt auch immer wieder mal, daß sich der Bremser/Hemmschuhleger verschätzt.


    Micha

    Teddybärchen sei gescheit, probier´s mal mit Gemütlichkeit!

  • Moin.


    Man sieht viele komische Sachen.

    Letztens bei einer Abnahme im Werksbahnhof einer großen Firma:

    Es kamen immer wieder Wagen und Wagengruppen vom Ablaufberg, die die Aufschrift "Abstoßen und Ablaufenlassen verboten" trugen.

    Niemanden hat es gestört....

  • Hallo,


    wenn hier schon das Thema Lokführer angesprochen wurde:


    Bei uns (Tschechien) wogen wieder einmal die Wellen rund um die Eisenbahn. Grund dafür ist ein Anstieg von "außerordentlichen Vorfällen" seit Jahresanfang um rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Eine Auswahl aus der letzten Zeit:

    1. Im Januar blieb ein Eilzug an einem Signal nicht stehen und entgleiste. Der Lokführer gab zu, er fahre erst seit einem Jahr und dies sei sein erster Dienst auf vereister Strecke gewesen.
    2. Am 19.2. fuhr ein Triebwagenzug mit 11 Passagieren, jedoch ohne Lokführer, fast 6 km eine abschüssige Strecke hinab, bis er an der Gegensteigung zum Halten kam. Ursache: Der Triebwagenführer war ausgestiegen, um eine Störung zu untersuchen, hatte jedoch aus Versehen die Luft aus dem Bremssystem gelassen, so dass nicht einmal die Notbremse funktionierte, als die Passagiere den Zug stoppen wollten. Was jedoch funktionierte, war das automatische Schließen der Türen, so dass der arme Mann nicht einmal aufspringen konnte, als der Zug losrollte.
    3. Am 22.2. fuhr ein D-Zug nach München durch Rot auf ein anderes Gleis und kam 34 m vor einem anderen Zug zum Stehen.
    4. Am 23.2. stießen zwei Rangierlokomotiven zusammen, ein Lokführer wurde leicht verletzt.
    5. Am 27.2. trafen ein Güterzug und eine Lok aufeinander, keine Entgleisung, niemand verletzt.
    6. Am 2.3. fuhr eine D-Zug-Garnitur einer der beiden großen privaten Eisenbahngesellschaften im Lande auf einem Abstellbahnhof durch Rot, eine Weiche wurde beschädigt. Niemandem passierte etwas, der Verkehr zwischen Prag-Hauptbahnhof und Prag-Smichov (Strecke nach Pilsen und weiter nach Deutschland) war jedoch eine Zeit lang unterbrochen.
    7. Am 4.3. stießen ein Personenzug und ein Manipulationszug auf eingleisiger Strecke zusammen, 5 Verletzte.
    8. Am 5.3. fuhr in Brünn-Hauptbahnhof ein einfahrender Regionalzug auf einer Weiche gegen einen vom Nebengleis ausfahrenden Regionalzug, weil dieser wohl zu zeitig losgefahren war. Über 20 Verletzte.
    9. Am 12.3. fuhr beim Rangieren ein Zug in einen anderen. Der 51-jährige umgeschulte Weichensteller fuhr auch erst ein Jahr.

    Die Ursache wird vor allem in der unzureichenden Ausbildung der Lokführer vermutet: Früher musste ein Anwärter 4 Jahre bahntechnische Fachschule absolvieren, verbrachte 2 Jahre im Depot, absolvierte Kurse und Prüfungen, rangierte Loks im Betriebswerk u.Ä. und durfte erst dann auf die Strecke. Heutzutage genügen ein theoretischer Kurs und 12 Wochen Fahrten, nach einem halben Jahr ist man auf der Strecke. Auch werden Lokführer überlastet oder fahren für mehrere Arbeitgeber, so dass niemand bemerkt, wenn Ruhezeiten nicht eingehalten werden. Insgesamt fehlen hierzulande rund 300 Lokführer, seitens Jugendlicher besteht kaum Interesse an diesem Beruf.


    Schöne Grüße

    Kristian

  • Auch bei uns besteht absoluter Triebfahrzeugführermangel, auch wenn es 2 Firmen sind , Münchner Verkehrsbetriebe für Tram- und U-Bahn machen "Einstellungsevents", mit sofortiger Zusage, S-Bahn München ( als DB-Tochter) macht dies jetzt nach. Kürzlich hatte ich ein tolles Erlebnis in der Münchener U-Bahn, wollte dem Fahrer schon helfen ( auch wenn es bei mir 20 Jahre her ist, sollte ich den Zug noch wegbringen)

  • Hallo!

    Leider gibt es immer wieder "Spezialisten". Als ich 1979 meine Ausbildung zum Signaler begann, mußte ich im AW Hamburg-Harburg miterleben, wie ein "Kutscher" mit einer V60 mehrere Handweichen nacheinander auffuhr. Auf meine verdutzte Frage erfuhr ich, daß das der Lokführer gewesen sein soll, der 1975 den Unfall, Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen., verursacht hat. Später soll er mit der V60 durch den AW-Zaun auf den Autobahnzubringer gelandet sein. ;(

    Kurz bevor ich 2011 in den Vorruhestand ging, mußte ich noch mit erleben wie der Erix den Verkehr auf der Heidebahn Buchhholz/Nh. - Hannover übernommen hat. Da kamen Tf´s wohl mit "14 Tage Schellbesohlung" drauf. Unsere Fahrdienstleiter mußten Denen erklären, wie Sie ihren Zug an den Bahnsteig bekamen. Die Krönung war Eine, die für die 12Km von Handeloh nach Buchholz 20 Min brauchte. Nach ~ 14 Tagen Chaos hat die OHE (ohne Hast und Eile ;)) Die zur "Nachbesohlung" runter genommen und erfahrende Lokführer von den Güterzügen da drauf gesetzt. Danach funzte es. :evil:

    Gruß Gerd