Holz-Schwellen woraus und wie imprägnieren ?!?

  • Ich habe unlängst beim EDHT in Friedrichshafen mit vielen netten Dampf-Kollegen die Ehre gehabt ... !


    Holz-Schwellen sind demnach kaum in Verwendung;

    meistens bloß "Formrohr-Schwellen unter Flach-Eisen "Schienen"".


    Löbliche Ausnahme - in Form eines wirklich erquicklichen Auftritts beim DBC-Stand - war Winfried_Engel :


    Der hatte sich aus "geeignetem, günstig gefundenem, Material" ...

    ... wunderschöne Präsentations-Gleise für seine ebensolchen Loren und Loren-Varianten und -Züge gebaut;

    HolzSchwellenGleise vom Allerfeinsten !!!


    Wer hat Erfahrungen und teilt sie uns mit ?!?


    Buche mit Teeröl imprägniert ...

    ... soll suuuupa sein;

    bloß ist Teeröl "nicht mehr im Einsatz" - odda so iagendwia und überhaupt ...........


    Eiche klingt auch gut.


    Und vor dem Haus steht grade große Baustelle an ...

    ... und im Altholz-Container liegt jede Menge an Schaltafeln Resten .......

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
    Orthographie: Ned imma frei erfundn & Ähnlichkeitn mit div. Regeln daher unvameidbar!
    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

  • Servus Gerald, Du Alter Querdenker😄


    Ich glaube kaum dass Du irgendwen finden wirst der gute Erfahrungen mit Holz Schwellen im Aussenbereich gemacht hat. Der Grund ist ganz einfach: es ist hinlänglich bekannt dass das auf Dauer nicht funktioniert. Beim grossen Vorbild geht das weil die Dinger mit hochgiftigem, schwer Krebserregenden Carbolineum imprägniert sind und mit Holz sozusagen gar nichts mehr gemein haben sondern vom Fleck weg als Problemstoff angesehen werden müssen. Carbolineum unterliegt strengsten Kontrollen, das kriegt niemand einfach so. Unbehandeltes Holz fault Immer. Das muss es auch, sonst würden heute noch frische Dinosaurier-Wälder rumliegen,... Schaltafeln kannst Du gleich vergessen, die halten höchstens ein Jahr. Eine geringe Chance auf einige wenige Jahre hättest Du vielleicht mit Tropenholz, aber das willst Du Deinem Gewissen nicht antun. Winfrieds Geleise ( Bin immer noch schwer beeindruckt, Grüss Dich an dieser Stelle) sind als Präsentationsgeleise natürlich Spitze aber ob sie für einen dauerhaften Freilandeinsatz nicht zu schade sind,..? Bleib doch bei Stahlschwellen die sind auch Vorbild gerecht.

    Mit Dampfbahnergruss, Dani

    Feldbahnmässiger Regelspurbetrieb mit elektrischen Dieseldampflokomotiven

  • Servus,

    also die Gleise wo mein Opa im Garten liegen hatte oder die paar Meter die liegen haben Holzschwellen.

    Nach so geschätzt 20 Jahren wo die drausen lagen wollte er sie durch Beton ersetzen, teilweise weil an manchen Schwellen das alter bemerkbar war. Hauptgrund war aber das wieder alles neu ausgerichtet werden musste.

    Gruß Patrick

  • Gartenzäune werden oft aus naturbelassener Lärche gebaut.

    Für Wildschutzzäune verwenden Förster Kastanie und im Spielplatzbau kommt Robinie zum Einsatz.


    Dauerhaftigkeit bei Erdkontakt: Lärche < Kastanie < Robinie

    Kosten:

    Lärche < Kastanie < Robinie


    Wichtig für die Dauerhaftigkeit bei allen Hölzern ist, dass man das Kernholz verwendet.

  • Lärchenholz, wenn nass, danach Frost ausgesetzt und belastet, neigt zum Brechen. Die Erfahrung hat schon der alte Schweder mit der MPSB gemacht.

    Meiner Meinung nach:

    Flachstahl in größeren Abständen, wie von der Belastung für die Spurhaltung vertretbar, zwischen die Profile geschweißt und dann auf Recyclingschwellen geschraubt. Die zwischen den Spurhaltern liegenden müssen ja nur tragen.

    Oder man versucht mal meine 'Klammerung' zu verwirklichen - auf einem Probestück ( nicht dem auf dem Fotot im Beitrag dazu ) sah's gut aus, zum Ausprobieren müsste ich ein Gleis austauschen und dazu habe ich zur Zeit nicht so viel Bock...

    Gruß vom Heizer

  • Lärchenholz, wenn nass, danach Frost ausgesetzt und belastet, neigt zum Brechen. Die Erfahrung hat schon der alte Schweder mit der MPSB gemacht.

    Meiner Meinung nach:

    Flachstahl in größeren Abständen, wie von der Belastung für die Spurhaltung vertretbar, zwischen die Profile geschweißt und dann auf Recyclingschwellen geschraubt. Die zwischen den Spurhaltern liegenden müssen ja nur tragen.

    Oder man versucht mal meine 'Klammerung' zu verwirklichen - auf einem Probestück ( nicht dem auf dem Fotot im Beitrag dazu ) sah's gut aus, zum Ausprobieren müsste ich ein Gleis austauschen und dazu habe ich zur Zeit nicht so viel Bock...

    Also "Lärche" scheint auszuscheiden;

    eignet sich wohl nur für Dachschindeln - ohne Belastung - und dergleichen.

    Auch gut zu wissen.

    Schaltafeln Reste scheinen auch unbrauchbar;

    ob zu anderen Hölzern noch was kommt und vor allem auch zu Konservierung s Maßnahmen:

    Wird sich weisen ... .


    Dein Hinweis zu "Kunststoff-Schwellen" ist interessant;

    im Idealfall mit Link und im Thread über Schwellen-Materialien allgemein - bitte !!!

    Dankeschön!


    In Österreich gibt's grade "Recycling Kst Pfosten" minus 50% ... !

    (bei Fa. Josef Steiner!

    Ist aber eine Eigenmarke;

    nicht "hanit (R)" !!!)

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
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    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!

    2 Mal editiert, zuletzt von GeGa_DampfBahnFreak ()

  • Hallo Gerald!


    Auch Hanit ist ein Eigenname!
    Die werden ja nicht einen eigenen Recycling-Kunststoff herstellen.

    Also ich meine egal welcher KS das ist, er wird geeignet sein, nachdem die Eigenschaften

    gleich sind und die speziellen R-Kunststoffe für gewisse "neue" Gegenstände verwendet werden.

    Siehe Codeliste:
    Bitte melden Sie sich an, um diesen Link zu sehen.


    PE-HD 02

    Viele Grüße
    Willy

  • Hallo GeGa

    Frage mal Martin ( Lineatusbahn), er hat mit seiner Technik Buche in Wachs Imprägnierung gute Erfahrung gemacht.

    Er kann Dir bestimmt weiter helfen.

    Mit freundlichen Grüßen Michael

  • Servus an alle Holzschwellenfreunde!


    Bei uns hier in Mitteleuropa gibt nur drei erdbautaugliche Holzarten: Eiche, Robinie und Edelkastanie (Roßkastanie gehört nicht dazu) von denen wie schon geschrieben nur das Kernholz verwendet wird.

    Aus den Tropen fällt mir nur Eisenholz ein, was auch unter den Namen Azobé oder Bongossi gehandelt wird. Es ist noch wesentlich dauerhafter als unsere heimischen Arten. In den 70ern und 80ern hat die große Bahn erhebliche Mengen als Schwellen davon eingebaut. Dürfte inzwischen schwer zu besorgen sein...

    Alle anderen Hölzer sind unbehandelt nicht für den Verbau am oder im Boden geeignet.


    Eine der wenigen Ausnahmen ist Buchenholz, weil es eine gute mechanische Stabilität aufweist und durch die offenporige Struktur für eine Imprägnierung geeignet ist. Genau aus diesen beiden Gründen sind die Schwellen auf meiner Waldbahn aus Buchenholz. Die "Imprägnierung" besteht nur darin, dass die Schwellen für ca. eine Stunde in einer Stearin/Paraffinschmelze (Kerzenwachs) gekocht werden. Die Restfeuchte des Holzes sollte bei nur noch 6-8% liegen, der Rest wird bei der Behandlung verdampft. Die Eindringtiefe an den Längsseiten ist ca. 3-5mm, an den Stirnseiten wesentlich mehr. Bei geschickter Prozessführung werden die Werte höher.

    Bei fest verlegtem Gleis schätze ich die Liegezeit der so behandelten Schwellen auf mehr als zehn Jahre, vorausgesetzt sie liegen in einem grobkörnigen Schotterbett ohne direkten Erdkontakt. Äußerst ungünstig wirkt sich liegengelassenes Laub aus. Es fördert die Ansiedlung von Pilzen aller Art, was auf Dauer zur rascheren Zersetzung führt.


    Das Wachs- Verfahren liefert bis jetzt annehmbare Ergebnisse. Es tritt zwar Schimmelpilzbefall ein bei acht bis zehn Wochen Liegezeit im Herbst im Laubmischwald, doch scheint dieser Befall nur oberflächlich zu sein. Im Nadelwald gabs bis jetzt keine Auffälligkeiten, außer dass Moos auf den Schwellen gewachsen ist... bei knapp einem Jahr Liegezeit! Meine Gleise werden nur temporär zur Holzabfuhr aufgebaut. Seit 2012 sind die ersten wachsimprägnierten Holzschwellen im Einsatz. Wegen Fäulnis wurden bis jetzt noch keine Schwellen ausgetauscht.


    Die Haltbarkeit der Schwellen ließe sich noch deutlich steigern, wenn der Wachsschmelze ein gewisser Prozentsatz Buchenholzteer beigemischt wird. Dieser Teer ist bei weitem nicht so giftig wie Steinkohlenteeröl (Carbolineum) und hat trotzdem eine fungizide Wirkung. Buchenholzteer wird auch in der Tiermedizin und als Lockmittel bei der Jagd ohne Einschränkungen verwendet.

    Es wäre auf jeden Fall einen Versuch wert.


    Meine Argumente gegen Schwellen aus Recyclingkunststoff waren damals die Verfügbarkeit des erforderlichen Profils (ca. 30x50mm) und das höhere Gewicht als beim Holz. Die Schwellenstäbe hätte ich aus 30er Platten mit der Kreissäge ausschneiden müssen, mir hats einfach vor der Plastik - Sauerei in der Werkstatt gegraust, trotz Absaugung!

    Das höhere Gewicht von Plastik macht sich beim Verlegen/ Abbauen und der Ladekapazität des Autoanhängers auch negativ bemerkbar.

    Als dritter Punkt war mir noch der Gedanke zuwider, Plastikschwellen im Wald in einem Naturpark zu verwenden. Als ökologisches Gegenstück zum Harvester- und Forwardereinsatz sozusagen...


    Auch der Kostenfaktor spielte eine Rolle. Der Kubikmeter Buchenschnittholz liegt um die 100 Euro, das Wachs gabs kostenlos im örtlichen Recyclinghof. Eine beheizte Tonne zum Tauchen war relativ schnell aus einem alten Luftbehälter gebaut.


    Wer noch mehr zu diesem Thema wissen möchte kann mich gerne besuchen.


    Ich hoff, euch nicht mit meinem Gschmarri zu arg gelangweilt zu haben


    viele Grüße aus Franken


    Martin alias Lineatusbahn

  • Eine umfassendere Antwort, wäre kaum möglich gewesen;

    herzlichen Dank dafür!


    Weimibahn - DANKESCHÖN für's Lesen des Threads und den Hinweis auf Martin und die Lineatusbahn !!!

    :love: ... Gerald "GeGa" Buschan - der DAMPF-Bahn-Freak & ZENSUR-Allergiker ... !
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    Ceterum censeo: Das LEBEN ist schöööön - grundsätzlich !!!